schickter Kerl, dieser Derrick. Gregor, der jetzige Scharfrich-ter, reicht ihm nicht das Wasser. Ew. Herrlichkeit thäte wohl,ihn in eine Barbierstnbe zu schicken, und das Nothdürftigsteaus der Anatomie lernen zu lassen. Es würde eine Wohlthatfür Euch sein und für andere Leute, und zugleich eine Ge-fälligkeit gegen Gregor."
„Diese Mühe will ich sparen," cntgegnete Nigel. „Wenndas Gesetz meine Hand verlangt, mag der Scharfrichter Zu-sehen, wie er sie herunter kriegt. Läßt sie der König, wo sieist, kann sie ihm vielleicht besseren Dienst thun."
„Sehr edel, sehr großartig, gnädiger Herr," sprach derRitter. „Es ist ein Vergnügen, einen tapferen Mann duldenzu sehen. Der Bursche, von dem ich rede, Tubbs oder Stubbs,oder wie der Kerl hieß, trat auf, kühn wie ein Kaiser, undsprach zum Volke: „Liebe Freunde, ich komme, um hier dieHand eines ächten Engländers zu lassen." Und er legte dieHand auf den Fleischklotz so ungezwungen, als schlänge er sieum seines Mädchens Nacken. Derrick, der Henker, setzte dieSchneide seines Beils genau ans das Gelenk und schlug denSchlägel mit solcher Gewalt auf das Beil, daß die Hand vondem Eigenthümer so weit wegflog, wie der Handschuh, dender Herausforderer auf der Stechbahn hinwirst. Tubbs oderStubbs verzog keine Miene, bis der gute Freund das glühendeEisen an den Stumpf brachte. Herr, das zischte, wie eineSpeckschnitte in der Pfanne, und der Bursche schrie wie einNenntödter, so daß Einige glaubten, sein Mnth sei gesunken.Aber nichts weniger als das. Mit der linken Hand nahm erden Hut ab, schwang ihn und ries: „Gott erhalte die Königinund mache alle bösen Rathgeber zu Schanden!" Das Volkrief ihm ein dreimaliges Lebehoch zu, was er für seine Herz-