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wie verletzend für sie und mich. Daß sie eine verkleidete Per-son sei, hatte ich erst kurz vor Eurem Eintreten entdeckt.Aus ihrem ganzen Benehmen habe ich die Uebcrzeugnng ge-schöpft, daß ihr Erscheinen hier in dieser Tracht unwillkürlichwar, und Gott sei davor, daß ich fähig wäre, dasselbe zuihrem Nachthcil zu benutzen."
„Das klingt recht schon, gnädiger Herr," versetzte MeisterHerivt. „Aber ein schlauer Pfaffe kann die Apocryphen solaut lesen, wie die Schrift. Offen gesprochen, edler Herr,Ihr seid so weit gekommen, daß Eure Worte ohne Gewährnicht gelten."
„Ich sollte vielleicht nicht reden," fiel Margarethe ein,deren natürliche Lebhaftigkeit sich nicht lange Niederhalten ließ,selbst in der ungünstigsten Lage; — „aber ich kann nichtschweigen. Pathe, Ihr thnt mir Unrecht, und desgleichendiesem Herrn. Ihr sagt, seine Worte bedürfen einer Gewähr.Ich weiß für einen Theil derselben Gewähr zu finden, unddie übrigen glaube ich fest ohne Gewähr."
„Ich danke Euch, Mädchen, für die gute Meinung, welcheIhr ausgesprochen habt," sagte Nigel. „Es scheint, ich steheauf dem Punkte, wo mir jede gute Deutung meiner Hand-lungen und Gesinnungen verweigert wird, — warum, weißich nicht. Um so mehr bin ich derjenigen Person verbunden,welche mir ein von der übrigen Welt mir verweigertes Rechtgewährt. Für Euch, Fräulein, hätte ich, wenn ich in Freiheitwäre, ein Schwert und einen Arm, um Euren guten Ruf zuvertheidigen."
„Wahrhaftig, vollkommen Amadis und Oriana!" riefGeorg Heriot. „Hier zwischen dem Ritter und der Prinzessinsollte mir bald die Kehle abgeschnitten sein, wenn nicht glück-licher Weise die Trabanten so nahe wären, daß sie rufen