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„Eine saubere Geschichte!" rief er, und konnte sich dabei'nicht enthalten, sie ein wenig zu schütteln, denn er war, wiefrüher bemerkt, ein strenger Zuchtmeister. — „Wie kommt's,Schadchen, daß ich dich in einer so schamlosen Kleidung nndin einer so unwürdigen Lage finde? — Nein! deine Beschei-denheit ist jetzt übel angebracht. Sie hatte früher kommensollen. Sprich, oder ich will dich-"
„Meister Heriot!" unterbrach ihn Lord Glenvarloch, „wel-ches Recht Ihr auch anderwärts über dies Mädchen habenmögt, so lange sie in meinem Zimmer ist, steht sie untermeinem Schutze."
„Unter Eurem Schutze, gnädiger Herr? — Ein saubererBeschützer! — Wie lange ist es her, Mamsell, daß dnunter dieses gnädigen Herrn Schuhe stehst? Heraus mit derSprache!"
„Etwa zwei Stunden, lieber Pathe," antwortete dasMädchen mit zu Boden gesenktem Blicke und tief erröthend.„Es geschah wider meinen Willen."
„Zwei Stunden?" wiederholte Heriot. „Zeit genug, umUnheil anznrichten. — Gnädiger Herr, dies ist, denk' ich,ein zweites Opfer, welches Eurem Rufe eines galanten Herrndargebracht worden, — ein zweites Abenteuer, dessen mau sichin Beanjeu's Speisehause berühmen kann. Ich dächte, dasDach, unter welchem Ihr dies alberne Mädchen zuerst ge-sehen, hätte sie wenigstens vor einem solchen Schicksale be-wahren sollen."
„Auf Ehre, Meister Heriot," sprach Lord Glenvarloch,„jetzt erst erinnert Ihr mich, daß ich dies Fräulein in EuremHanse gesehen habe. Ihre Züge sind nicht leicht zu vergessen,und dennoch habe ich mich vergebens darauf besonnen, wo ichsie zuletzt gesehen hätte. Euer Argwohn ist eben so grundlos,
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