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12 (1851) Nigels Schicksale
Entstehung
Seite
97
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enthielt, erst eilig, dann bedächtiger und genauer. Aber allesSuchen war vergebens. Die königliche Anweisung war ver-schwunden.

»Ich habe es wohl gedacht," sprach Hcriot in bitteremTone.Wenn Unheil einreißt, so ist es wie ausströmendesWasser. Da haben wir's! Eine schöne Erbschaft ist verlorenmit einem Wurfe bei schnödem Karten- oder Würfelspiel!Gnädiger Herr, Ihr spielt vortrefflich den Bestürzten. Ichwünsche Euch Glück zu Euren herrlichen Gaben. Ich habemanche so junge Prahler und Prasser gesehen, aber nie einenin früher Jugend so vollendeten Heuchler. Runzelt nichtzornig die Stirne über mich. Ich spreche in bitterem Unmnthe,weil ich an Euren würdigen Vater denke. Wenn sein Sohnvon Niemand einen Vorwurf über seine Entartung hört, sosoll er ihn von dem alten Goldschmied hören."

Mit diesem neuen Verdachte wurde Nigels Geduld aufsAeußerste getrieben. Doch der wohlmeinende Eifer des gutenAlten und die Umstände, welche seinen Verdacht zu rechtfer-tigen schienen, waren dem jungen Freiherrn so einleuchtend,daß er seinen Zorn bezwang, und nach einigen Ausrufungender Entrüstung in einem stolzen, finsteren Schweigen verharrte.

Hört, gnädiger Herr," begann der Goldschmied wieder,es ist kaum möglich, daß dies wichtige Papier unbedingt weg-gegeben sei. Laßt mich wissen, in welchem finsteren Winkelund für welche geringe Summe es verpfändet liegt. Vielleichtläßt sich noch Etwas thun."

Eure Bemühungen um mich," antwortete Lord Glenvar-loch,sind um so cdelmüthiger, als Ihr sie für einen Men-schen macht, an den Ihr, Eurer Ansicht nach, gar nicht denkensolltet. Aber sie sind nutzlos. Fortuna ist ans allen Punktenwider mich in's Feld gerückt; laßt sie die Schlacht gewinnen."

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