Fünftes Kapitel.
Wie gcht's dem Mensche», welchem EhrenmännerWohl Tadel zollen möchten und Verachtung,
Wenn nicht die Liebe n»S die Lehre gäbe,
Daß der, so Haß und Schimpf zumeist verdient,Auch unseres Mitleids wcrty ist. — —-
Altes Schauspiel.
Man sollte denken, der Besuch von Hans Christie hätteNigels Aufmerksamkeit gänzlich von seinem schlafende» Gesell-schafter ablcnken müssen. In der That war dies auch für-einige Zeit die Folge der neuen Gcdankenreihe, welche jenerZwischenvorfall anregte. Allein bald nachdem der arme Mannfortgegangen war, fiel es dem Freiherrn ein, daß es doch son-derbar wäre, wenn der Knabe fest geschlafen haben sollte,während in seiner Nähe so laut gesprochen ward. Geregt hatteer sich während des ganzen Auftrittes nicht. Sollte er un-wohl sein? sollte er sich nur stellen, als schlafe er? Nigeltrat dicht an ihn heran, um ihn zu beobachten, und bemerkte,daß er geweint hatte und noch weinte, obwohl seine Augengeschlossen waren. Er berührte leise seine Schulter. DerKnabe fubr zusammen, wachte aber nicht auf. Nigel schüttelteihn und fragte, ob er schlafe.