„Eure Waffen!" wiederholte die Jungfer. „Lieber Himmel,alle Waffen im Tower sind für ihn von geringem Werthe imVergleich mit diesem elenden Goldstück, welches ich diesenMorgen auf den Tisch eines jungen Verschwenders gelegt habe,und welches dieser in seiner Nachlässigkeit versäumt hat inseinen Beutel zu thun."
Mit diesen Worten deutete sie ans das Goldstück, welchesliegen geblieben war, wo sie es hingelegt hatte. In der Thatmar es der Köder gewesen, der den Geizhals so oft an denFleck gezogen und selbst in der Nacht so sehr seine Einbil-dungskraft beschäftigt hatte, daß er einen geheimen Eingangin das Zimmer seines Miethsmannes benutzte, um, währendderselbe scklafe, diesen Schatz zu heben. Nachdem seine Toch-ter das Räthsel gelöset, rief er in den höchsten Tönen seiner-schwachen, gebrochenen Stimme: „Es ist mein! es ist mein!Er hat es mir gegeben als eine Erkenntlichkeit. Ich will ehersterben, als von meinem Eigenthnme lassen!"
„Es gehört wirklich ihm, Mamsell," bemerkte Nigel. „Ichbitte Euch, es der Person wiedcrzngeben, der ich es geschenkthabe, »nd mich in meinem Zimmer in Frieden zu lassen."
„Ich werde cs Euch in Rechnung bringen," erwiderte dieJungfer und reichte widerstrebend das Stückchen Mammonihrem Vater. Seine knochigen Finger fuhren darauf zu, wiedie Krallen eines Habichts auf seine Beute, und nachdem er-es gefaßt, murmelte und brummte er vergnügt wie ein alterHund, der eben gefüttert worden ist und sich drei Mal imKreise hernmdreht, ehe er sich niederlegt. — Er folgte seinerTochter- durch die geheime Thür, welche nur dann sichtbarwar, wenn man die Wandbehänge auseinander zog.
„Diese Oeffnnng soll morgen gehörig verwahrt werden,"bemerkte Martha, sich gegen Nigeln umwendend, ohne daß ihr