Lage und seine Beschwerden zu schildern. Allein bald fuhrihm der Gedanke durch den Kopf, daß die Schrift mit Ver-achtung zurückgcwiesen werden würde, und flugs warf er dasPapier in's Feuer.
In einer Art von Verzweiflung griff er abermals nach demBuche, und bei dem zweiten Versuche fand er es unterhalten-der, als bei'm ersten. Die Geschichten, so sonderbar und dasmenschliche Gefühl verletzend sie auf der einen Seite auch wa-ren, hatten die Anziehungskraft der Zauberei und des Unheim-lichen überhaupt. Es war da viel erzählt von sonderbarenund gräßlichen Blutthaten, mit welchen Menschen, der Naturund ihren Gefühlen Trotz bietend, aus Rachgier, aus Golddurstoder aus maßlosem Ehrgeiz sich an dem Leben Anderer ver-griffen hatten. Staunenerregender und unheimlicher noch wa-ren die Berichte von der Art und Weise, wie solche Blutthatenan den Tag gekommen und gerächt worden waren. Thiere, un-vernünftige Thiere hatten das Geheimniß offenbart, und Vögelhatten es durch die Luft fortgetragen. Die Elemente hattendie Unthaten verrathen, durch welche sie befleckt worden waren:die Erde war unter den Füßen des Mörders gewichen, dasFeuer hatte sich geweigert, seine erstarrten Glieder zu wärmen,das Wasser, seine durstenden Lippen zu erfrischen, die Luft, seinezuckende Lunge zu erleichtern. Kurz Alles zeugte für des Mör-ders Schuld. In andern Fällen hatte des Verbrechers eigeneserwachtes Gewissen ihn verfolgt und dem Gerichte überliefert;wieder in andern hatte das Grab sich geöffnet und der Geistdes Ermordeten hatte um Rache gerufen.
Es war schon spät in der Nacht und das Buch befand sichnoch in Nigels Händen, als die Tapeten *) hinter ihm wider
Die damaligen gewirkten Tapeten hingen lose an der Wand.