179
ohne Ruder und Steuer von den Wellen umhergetrieben wird.Ich bin ein Hofmann geworden, weil Heriot es mir gerathen,ein Spieler, weil Dalgarno es darauf angelegt, ein Elsässer,weil Lomestoffe es so gewollt hatte. Was mir Gutes oder Neblesbegegnet ist, das ist durch das Thun Anderer gekommen, nichtdurch mein eigenes. Meines Vaters Sohn darf nicht fernerdies fügsame kindische Benehmen zeigen. Leben oder sterben,nntergehen oder schwimmen — von nun an soll Nigel Oli-fannt seine Rettung, sein Glück, seine Ehre seinen eigenenAnstrengungen verdanken, oder er soll umkvmmen wenigstensmit dem Namen, daß er freiwollend und selbstthatig gewesenist. Ich will genau ihre Worte in meine Schreibtafel eintra-gen: „Ein verständiger Mann hilft sich selber am besten"."
Er hatte eben seine Schreibtafel wieder eingesteckt, als diePutzfrau, eine durch Rheumatismus jämmerlich verkrüppelteAlte, hereingehinkt kam, um zu sehen, ob sie durch Dienst-leistung einen kleinen Lohn verdienen könne. Sie übernahmes, dem Freiherrn ein Frühstück zu besorgen, und da eineGarküche dicht nebenan mar, so brachte sie es schneller, alsNigel gedacht hatte.
Nachdem dies einsame Mahl beendigt war, wurde einPförtner aus dem Tempel angemeldet, welcher nach MeisterGrahame im Auftrag seines Freundes, Meister Lowestoffe, frage.Die Alte ließ ihn ein. Er überlieferte Nigeln einen kleinenKoffer mit den Kleidern, welche er geschickt haben wollte, undschob ihm geheimnißvoll ein Kästchen in die Hand, welches ersorgfältig unter dem Mantel verborgen gehabt. „Ich binfroh, daß ich es los bin," bemerkte der Tempelbeamte bei derUebergabe.
„Es ist doch wohl nicht so schwer," erwiderte Nigel, „undIhr seid ein handfester junger Mann."
12 *