Druckschrift 
12 (1851) Nigels Schicksale
Entstehung
Seite
178
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Entschlüsse unseres Helden geschildert finden. Mit andern Wor-ten, ich habe seine Gedanken in Acußernngen überseht, denndies, denke ich, ist das Wesen des Selbstgesprächs ans derBühne, wie am Lesepulte. Es ist der natürliche und vielleichteinzige Weg, dem Zuschauer und Hörer mitzntheilcn, was imInnern der anftretendcn Person vorgeht. In der Wirklichkeitgibt es freilich keine solchen Selbstgespräche; wenn sie abernicht als ein conventionelles Medium der Mitthcilnng zwi-schen Dichter und Publikum zugelaffen würden, so müßten wirdie Dramatiker auf das Recept von Meister Puff beschränken,welcher den Lord Bnrleigh ein langes politisches Raisonne-ment dem Publikum durch ein umfassendes Kopfschüttcln znverstehen geben läßt. In der Erzählung kann der Verfasserfreilich sagen: Meine Personen dachten so und so, vcrmnthe-ten so und so, und gelangten endlich zn dem und dem Schlüsse.Allein das Selbstgespräch sagt kürzer und lebendiger dasselbe.Also erlauben wir uns zn sagen, Lord Glenvarloch sprach sooder etwa so zn sich selber:

Sie hat Recht, und ich will aus ihrer Lehre Nutzen zie-hen. Mein ganzes Leben hindurch habe ich mich ans Andereverlassen, wo ich mir als vernünftiger Mensch hätte selberhelfen können. Ich schäme mich, daß lange Gewohnheit mickdahin gebracht hat, mich beim Mangel eines Dieners hülfloszu fühlen. Noch weit mehr aber schäme ich mich, daß dieseGewohnheit, meine Last Andern anfznlade», mich, seitdem ichin diese Stadt gekommen bin, zn einem bloßen Spielwerk derBegebenheiten gemacht hat, in welche ich nie versucht habeselbstthätig einzngreifen. So war ich ein Wesen, welches Ein-wirkungen stets empfing, nnd nie ausübte, von dem einenFreunde beschützt, von dem andern verrathen, nnd in beidenBeziehungen so passiv und unselbstständig, wie ein Kahn, der