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Ihre Gestalt war lang, schmächtig und platt, ihre Arme undHände bestanden aus Haut und Knochen; ihre großen Füßesteckten in Schuhen mit hohen Absätzen, die ihre an sich schonübermäßig lange Gestalt noch größer erscheinen ließen. Manbemerkte, daß der Schneider seine Kunst angewandt hatte, umeinen kleinen Fehler ihrer Gestalt zu verbergen, die ungebühr-liche Höhe der einen Schulter. Allein die Bemühungen dessinnreichen Handwcrksmannes hatten lediglich den Erfolg, diesewohlwollende Absicht in die Angen springen zu lassen, ohne zubeweisen, daß er im Stande gewesen, sie zu erreichen.
Die trockne Frage: „Was sucht Ihr hier, Herr?" erschollans dem Munde der eben beschriebenen Martha Trapbois wie-derholt, und traf in geschärfterem Tone das Ohr Nigels, derihr Aussehen musterte und sic in Gedanken mit einer der ver-blichenen finsteren Figuren auf seinen Bettvorhängen verglich.Der Freiherr antwortete, er suche das Gesinde, weil er andem rauhen Morgen Feuer augemacht haben wolle.
„Die Frau, die unsere Hausarbeit thut," versetzte Jungfer-Martha, „kommt erst um acht Uhr. Wollt Ihr srüber Feuer,so könnt Ihr Wellen und einen Eimer mit Steinkohlen in demäußeren Kamin oben an der Treppe finden, und auf dem oberenBänkelStahl und Stein, und damit könnt Ihr Feuer anmachen."
„Nein — nein — nein! Martha," rief ihr Vater, der inseinem schmutzigen Schlafrock mit offenen Hosen und mit Pan-toffeln an den Füßen ans seinem Schlafzimmer gerannt kam.Beim Beginn seines Laufes hatte er den Kopf noch ganz vollvon Räubern, denn er erschien mit einem Rappier in derHand, welches, obwohl rostig, doch immer noch gefährlich ge-nug aussah. Als er aber an die Thür kam, hörte er vonFcueranmachen, und dies änderte gänzlich den Lauf seiner Ge-danken. „Nein! — nein! — nein! —" rief er, bei jeder Ver-