Druckschrift 
12 (1851) Nigels Schicksale
Entstehung
Seite
171
Einzelbild herunterladen
 

171

den; nichtsdestoweniger mar er an ehrerbietiges Entgegenkom-men nnd an die stete Aufwartung von einem oder zwei Die-nern gewöhnt. Dies war der Fall bei allen Vornehmen inSchottland, wo der Lohn fast Nichts betrug, nnd wo einMann von Stande für Nahrung, Kleidung nnd Wohnung soviel Diener bekommen konnte, als er wollte. Nigel fühlte sichdarum verletzt nnd gekrankt, als er Aufmerksamkeit und Bedie-nung vermißte, und seine Mißstimmung war nm so größer, daer sich über sich selbst ärgerte, daß er sich durch eine solche Klei-nigkeit anfrcgcn ließ, während viel wichtigere Dinge seine Seelein Anspruch nahmen.Es müssen doch Dienstlente in einemso großen Hanse, wie dieses, sein," sprach er, indem er übereinen Vorplatz schritt, welcher durch einen schmalen Gang mitdem Hanptgange in Verbindung stand. Er versuchte, verschie-dene Zimmer zu öffnen. Einige waren verschlossen; in den of-fenen sah er Nichts als kahle Wände; alle aber schienen unbe-wohnt zu sein. Er kehrte wieder nach der Treppe zurück, undbeschloß noch weiter hinunter zu gehen, in der Ueberzeugnng, daßer wenigstens im Erdgeschoß den alten Herrn mit seiner häß-lichen Tochter finden werde. Bevor er dies that, ging er nochin ein kleines, finsteres, niedriges Zimmer. Hier erblickte er voreinem alten Ledersessel ei» paar Pantoffeln, zur Linken desselbeneinen Krückenstock und weiter vor dem Sessel einen eichenenTisch mit einem großen Schrcibpnlt, der mit Eisen wohl ver-wahrt war, und auf dem ein zinnernes Dintefaß stand. Ringsuman den Wänden waren Schränke und Bücherbretter angebracht.Ueber dem Kamin hing ein Schwert, eine Stutzbüchse undein Paar Pistolen, gleichsam ankündigend, daß der Eigenthü-mer bereit sei zu Verthcidignng seines Hauses.

Das muß die Hohle des Wucherers sein," dachte Nigel,und wollte eben rufen, als der Greis, den der Geiz nicht fest