Druckschrift 
12 (1851) Nigels Schicksale
Entstehung
Seite
141
Einzelbild herunterladen
 

übergebe, sind Contrebanderos, welche Euch Beide nur alsEngländerinnen kennen und es übernommen haben, Euch durchdie Pyrcnäenpässe nach S. Jean de Lnz zu bringen."

Und du gehst nicht mit uns?" fragte ich mit Nachdruck,obwohl flüsternd.

Es ist unmöglich; cs würde uns Alle in's Verderbenbringen," antwortete er.Bemerk' es wohl, vor den Ohrendieser Leute darfst du blos englisch sprechen und dir nicht imEntferntesten merken lassen, daß d,n verstehst, was sie ans spa-nisch sagen. Dein Leben hängt davon ab. Obwohl sie imWiderstreit mit den Gesehen des Reiches leben, so würden siedoch zittern bei dem Gedanken, die Gebote der Kirche zu ver-letzen. Ich sehe sie kommen. Lebe wohl! Lebe wohl!"

Die letzten Worte waren eilig gesprochen. Ich versuchte,ihn einen Augenblick am Mantel znrückzuhalten, und sprach:Also in S. Jean de Lnz kommst du zu mir?"

»»Ja, ja," antwortete er hastig.Zn S. Jean de Lnzwirst du deinen Beschützer finden." Mit diesen Worten machteer seinen Mantel ans meiner Hand los, und verschwand inder Finsterniß. Sein Begleiter ritt an mich heran, küßte mirdie Hand, was ich in meinem Schmerze kaum beachtete, undfolgte meinem Gemahl, begleitet von einem der Diener."

Ein Thränenstrom drohte hier die Erzählung Hermionenszu unterbrechen. Sie suchte sich gewissermaßen deßwegen beiihrer Zuhörerin zu entschuldigen mit der Bemerkung:JederUmstand aus diesen Angenblicken eines trügerischen Glückes isttief meiner Erinnerung eingeprägt. Alles Spätere schwebt mirso einförmig vor der Seele, wie eine arabische Wüste. Doch,ich thne Unrecht, dich, Margaretha, die du von deinen eigenenBesorgnissen gegnält bist, mit solchen nutzlosen Einzelnheitcnans meinem Leben zu langweilen."