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12 (1851) Nigels Schicksale
Entstehung
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riegelt. Als ich aber leise hustete, erhielt ich von der andernSeite Antwort, und o Himmel! es war die Stimme mei-nes Gatten, welche sprach:Weile hier keinen Augenblick;stelle dich aber hier wieder ein, wenn es zur Vesper geläu-tet hat."

Auster mir vor Freude kehrte ich zurück. Ich hatte nichtdas Recht oder die Erlaubnis;, der Vesper beizuwohnen, son-dern wurde gewöhnlich in meine Zelle eingesperrt, währenddie Andern im Chore waren. Seit meiner Genesung schlosse»sie meine Thür nicht mehr zu, dagegen waren mir die streng-sten Strafen angedroht, wenn ich den Ort verliehe. Ich ach-tete jetzt der Drohungen nicht. Kaum war das Bespergeläuteverklungen, so schlich ich ans meiner Kammer, gelangte unbe-merkt in den Garten, eilte nach dem Pfvrtchen, sah es vollEntzücken offen stehen, und lag im nächsten Augenblicke in denArmen meines Gatten. Er hatte einen andern Reiter vonedlem Aussehen bei sich. Beide waren verlarvt und bewaffnet.Ihre Pferde und ein drittes, für mich gesatteltes, standen ineinem Gebüsche, und bei denselben hielten zwei andere ver-larvte Reiter, welche Diener zu sein schienen. In wenigerals zwei Minuten fasten wir im Sattel und ritten davon, soschnell es in der pfadlosen Gegend gehen wollte, wie es schien,unter der Leitung eines der Diener.

Bei dem raschen Ritte und bei der Heftigkeit meiner Ge-fühle vermochte ich meine freudige Ueberraschung nicht weiter,als in einigen abgebrochenen Worten auszudrücken. Das Schwei-gen meines Gatten erschien unter diesen Umständen eben sowenig auffallend. Endlich machten wir an einer einsamenHütte Halt. Die Reiter stiegen ab. Mir half aus dem Sat-tel nicht M. M., mein Gemahl, welcher mit seinem Pferdebeschäftigt zu sein schien, sondern der Unbekannte.