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12 (1851) Nigels Schicksale
Entstehung
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fertigen, und flehte die Oberin an, meinem Gemahl meine Lagezu offenbaren. Sie lächelte kalt dazu und erwiderte, die Kirchehabe mir einen bessern Bräutigam bestimmt. Sie rieth mir,mich für die Znknnft der göttlichen Gnade zu versichern undeine bessere Behandlung zu verdienen dadurch, daß ich sofortden Schleier nähme. Um mich zu überzeugen, daß mir nichtsAnderes übrig bleibe, zeigte sie mir ein königliches Decret,durch welches mein ganzes Vermögen dem St. Magdalenen-kloster so verschrieben war, daß es bei meinem Tode oder beimeinem Eintritte in den Orden ihm heimfiele. Da ich theilsaus religiösen Grundsätzen, theils ans Liebe zu meinem Ge-mahl unerschütterlich blieb in meiner Weigerung, den Schleierzu nehmen, so bekam die Abtissin Lust Gott verzeihe mir,wenn ich ihr Unrecht thue! aber ich glaube, die Abtissinbekam Lust, sich des Raubes zu versichern, indem sie meinenTod beschleunigte.

Es war ein kleines, armes Kloster im Guadarramagebirge.Einige der Schwestern waren Töchter benachbarter Edelleute,eben so arm wie stolz und unwissend; andere waren Weiber,die man wegen schlechten Lebenswandels hier eingesperrt hatte.Die Oberin war von einer vornehmen Familie, der sie ihreStelle verdankte. Man sagte, sie habe ihren VerwandtenSchande gemacht durch ihre Aufführung in jüngeren Jahren;im höheren Alter hatten Habsucht, Herrschsucht, Strenge undGrausamkeit die Stelle der Liederlichkeit eingenommen. Ichhabe viel unter diesem Weibe gelitten. Ihr dunkles gläsernesAuge, ihre hohe verhüllte Gestalt und ihre harten Züge kom-men mir noch oft im Schlafe vor.

Ich sollte nicht Mutter werden. Ich wurde sehr krank,und meine Genesung ging langsam von Statten und blieblange zweifelhaft. Die heftigsten Heilmittel wurden angewen-