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12 (1851) Nigels Schicksale
Entstehung
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Gewiß nicht, edle Fran," antwortete die Uhrmachers-tochter.Ich habe blvs darüber gekachelt, daß, während derRang einen so großen Unterschied zwischen Geschöpfen von dem-selben Stoffe macht, der Verstand der gemeinen Leute dochgerade so weit reicht, wie der der Gebildeten und Hohen.Frau Ursel hat mir genau dasselbe gesagt, was Ihr soebengeäußert; der Unterschied lag blos im Ausdrucke. Ihr sprechtvon tausendfachem Jammer, und Frau Ursel hat des Galgenserwähnt und der Frau Turner, die daran gehenkt worden ist."

Wirklich?" erwiderte die Dame.Wer ist denn die FrauUrsula, die du so weislich mir zugesellt hast, um die schwereAufgabe zu lösen, einer Närrin zu ratheu?"

Die Barbiersfrau nebenan," antwortete Margaretha mitscheinbarer Unbefangenheit, aber innerlich vergnügt, daß sieein Mittel gefunden, ihre Ermahnerin indirect zu kränken.Sic ist die weiseste Fran, die ich nächst Euch kenne."

Eine vortreffliche Vertrante," bemerkte die Dame,undmit demselben feinen Gefühl der Pflicht gegen dich und An-dere gewählt Nun, was hast du? Wo willst du hin?"

Ich will Frau Ursula um Rath fragen," antwortete Mar-garetha, indem sie Miene machte, wegzngehen;denn ich sehe,Ihr seid zu zornig, nm mir einen Rath geben zu können,und die Roth ist dringend."

Was für eine Noth, du Einfalt?" fragte die Dame insanfterem Tone.Sehe dich, Mädchen, und erzähle mirdeine Geschichte. Es ist wahr, du bist eine Närrin, und eineverdrossene Närrin, aber auf der andern Seite bist du einKind, und ein liebes Kind, trotz all' deiner eigensinnige»Thorheit, und wir müssen dir helfen, wenn wir können.Setze dich, wie du geheißen bist, und du wirst an mir einezuverlässigere und weisere Rathgeberin finden, als an der