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12 (1851) Nigels Schicksale
Entstehung
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wieder jenes tändelnde Wesen zeigte, welches die Jugend mitWitz verwechselt: so besaß doch Jungfer Margarethe wirklichenVerstand und Scharfsinn, welcher blos der Gelegenheit, Beob-achtungen zu machen, bedurfte, um sich ausznbilden; sie besaßeine gutartige Lebhaftigkeit und ein vortreffliches Herz. Ihreangenommenen Thorhciten wurden sehr vermehrt durch dasLesen von Schauspielen und Romanen, womit sie einen großenTheil ihrer Zeit hinbrachte, und aus denen sie Ansichten schöpfte,himmelweit verschieden von denen, welche die unschätzbarenLehren einer liebenden Mutter ihr eingeflößt haben würden.Daher kamen denn zuweilen bei ihr Streiche, welche ihr nichtmit Unrecht den Vorwurf der Ziererei und Gefallsucht zuzo-gen. Aber das kleine Mädchen war klug genug, solche Fehl-tritte vor den Angen ihres Pathen, den sie herzlich liebte, zuverbergen. Bei ihm stand sie so sehr in Gunst, daß sie ansseine Fürsprache Zutritt bei der abgeschlossenen Frau Hermioneerhielt.

Die sonderbare Lebensweise dieser Dame, ihre große Schön-heit, welche durch ihre Bläffe nur um so interessanter wurde,das stolze Bewußtsein, näheren Zutritt als die übrige Weltbei einer Person zu haben, welche in ein tiefes Geheimnis; ge-hüllt war, machten einen großen Eindruck ans MargaretheRamsay. Obwohl ihre Unterredungen nie lang oder vertrau-lich genug waren, um wichtige Offenbarungen zu erhalten, sobewahrte doch Margarethe, stolz auf das in sie gesetzte Ver-trauen, das Geheimnis; des Inhaltes derselben mit einer Strenge,als ob jedes ausgeplanderte Wort ihr das Leben kosten müsse.Kein Ansfragen, so geschickt es auch mit einnehmender Schmei-chelei verbunden mar, weder von Seiten der Frau Ursula, nochvon andern Neugierigen, vermochten ans dem kleinen Mädchenein Wort herauszubringen über das, was sie in den abge-