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12 (1851) Nigels Schicksale
Entstehung
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Thorheit mir gefüllt hat. Verzeiht mir, daß ich bei den erstenTropfen seine Bitterkeit schmecke."

Reginald Lowestoffe war dienstfertig und gutmnthig; aberan einen unordentlichen, liederlichen Lebenswandel gewöhnt,hatte er durchaus keinen Begriff von dem, was Lord Glen-varloch litt, und betrachtete dessen zeitweilige Verbergung wieden Streich eines Knaben, der mit seinem Lehrer Versteckensspielt. Ihm war auch der Anblick des Ortes etwas Gewöhn-liches; aber auf seinen Begleiter machte derselbe einen tiefenEindruck.

Die alte Freistätte von Whitefriars lag bedeutend tiefer,als die hohen Terrassen und Gärten des Tempels, und wardarum gewöhnlich in die feuchten, von der Themse aufsteigen-den Nebel gehüllt. Seine Backsteinhänser lagen dicht bei ein-ander, denn an einem so eigenthümlich bevorrechteten Orte warjeder Fußbreit Landes werthvoll. Da aber die Gebäude oftvon Leuten anfgeführt wurden, deren Mittel zu ihren Specu-lationen nicht ausreichten, so waren sie oft unvollendet, undtrugen schon die Spuren.kläglichen Verfalls an sich, währendsie noch neu waren. Das Weinen von Kindern, das Scheltenihrer Mütter, der armselige Anblick zerlumpten Leinengcräthes,welches vor den Fenstern zum Trocknen aufgehangen war, be-zeichnete die Noth und Armnth der-elenden Bewohner. Aufder andern Seite wurden die Klagetöne verhöhnt und über-täubt durch das Geschrei, die Flüche, die unzüchtigen Liederund das laute Gelächter, welches aus den Bierhäusern undTrinkstuben ertönte. Um keinen Zug, der den Ort bezeichnete,fehlen zu lassen, sahen verblühte, geschminkte Weibspersonenin Flitterstaat ans ihren offenen Fenstern frech den Fremdlin-gen in die Augen, oder schienen anständiger beschäftigt zu seinmit zerbrochenen Blumentöpfen voll Reseda und Rosmarin,