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„Was ist das für ein Herzog Hildebrod?" fragte Nigel.
„Gotts Blitz! edler Herr," erwiderte der Templer, „Ihrwohnt so lange in der Stadt, und habt noch Nichts von demwackeren und eben so weisen und politischen wie tapferen Her-zog Hildebrod, dem großen Beschützer der Freiheiten des El-sasses gehört? Ich dächte, wer je einen Würfel gerollt hat,müßte von ihm wissen."
„Dennoch habe ich nie Etwas von ihm gehört, MeisterLowestoffe," antwortete der junge Freiherr, „oder was dasselbeist, ich habe nie darauf geachtet, wenn vielleichtlvon ihm dieRede war."
„Ei, ei," sprach Lowcstoffe — „aber erlaubt mir erst, Euchzu nesteln. Bemerkt, ich lasse mit Fleiß mehre Löcher unge-schnürt; und wenn es Euch gefällt, ein Stückchen Hemd zwi-schen Wams und Hosenbnnd heranssehen zu lassen, so wirddas ein um so liederlicheres Ansehen geben, und wird EuchRespect verschaffen im Elsaß, wo Leinwand etwas rar ist. So— nun ziehe ich einige Nestlöcher mit Fleiß schief, denn dergefährliche Kerl erscheint nie allzugcnau genestelt — so!"
„Macht es, wie Ihr wollt," erwiderte Nigel. „Aber laßtmich wenigstens Etwas von den Verhältnissen des unglückseli-gen Ortes wissen, in welchen ich mich gleich andern Elendenzurückziehen muß."
„Edler Herr," antwortete Lowestoffe, „unser NachbarstaatElsaß, den das Gesetz die Freistätte von Whitefriars nennt,hat seine Veränderungen nnd Umwälzungen gehabt, wie größereKönigreiche; und da cs gewissermaßen ein gesetzloser Staat ist,so folgt daraus, daß diese Veränderungen dort häufiger gewe-sen sind, als unser besser geordnetes Gemeinwesen der Templer,das von Grays Inn und ähnliche Gesellschaften zu erfahren dasGlück gehabt haben. Unsere Ueberliefernngen nnd Urkunden