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sich mit seinen Begriffen von Anstand vertrug. Der Freiherr,fast überrascht durch seinen plötzlichen Abgang, rief ihm nach,um zu fragen, ob er hinlänglich mit Geld versehen sei. AberRichard schüttelte den Kops und lief ohne zu antworten dieTreppe hinunter, schlug die Hansthür hinter sich zu und schrittrüstig den Strand entlang.
Fast unwillkürlich beobachtete Nigel vom Fenster aus diehohe knochige Gestalt seines gewesenen Knechtes, bis sie sichin dem Gewvge der Vorübergehenden verlor. Seine Betrach-tungen waren nicht ganz befriedigender Art. Er konnte sichnicht verhehlen, daß es kein gutes Zeichen seines Lebenswan-dels sei, wenn ein so treuer Diener nicht mehr denselbenStolz, ihm zu dienen, oder dieselbe Anhänglichkeit an seinePerson fühlte, wie er früher offenbart hatte. Er konnte sicheiniger Gewissensbisse nicht erwehren bei der Erinnerung andie von Richard ihm gemachten Vorwürfe; er schämte sichund fühlte sich tief verletzt bei dem Gedanken an die Deutung,welche Andere seiner Vorsicht und Mäßigung im Spiele gaben.Sein einziger Trost war, daß ihm selber sein Benehmen niein diesem Lichte erschienen sei. Ans der andern Seite sagteihm sein Stolz und seine Selbstliebe, daß Richard, bei all' sei-nen guten Eigenschaften, doch ein eingebildeter, naseweiserKnecht sei, mehr geneigt, den Vormund als den Bedienten zuspielen, der vorgeblich aus reiner Liebe zu seinem Herrn sichhcrausnahm, sich um sein Thun zu bekümmern — abgesehendavon, daß seine altväterische Förmlichkeit und naseweise Keck-heit seinen Herrn in der feinen Welt lächerlich machte.
Nigel hatte kaum den Kopf aus dem Fenster zurückgezogen,als sein neuer Hauswirth eintrat und ihm ein mit Seidenschnursorgfältig umwickeltes uud versiegeltes Papier brachte, bemer-kend, es sei von einer Weibsperson abgegeben worden, die sich