Aufwartung am Hofe habe ich einen herzlichen Freund undeinen mächtigen Feind gewonnen."
„Der Freund dankt Euch für Eure gute Meinungerwi-derte Dalgarno. „Aber, mein lieber Glenvarloch — oder viel-mehr — Titel sind zu steif zwischen uns Leuten von besseremSchlage — wie ist Euer Taufname?"
„Nigcl," antwortete der Herr von Glenvarloch.
„Nun," sprach der von Dalgarno, „so wollen wir Einerfür den Andern Nigel und Malcolm heißen, und für die ple-bejische Welt: Edler Herr. Aber ich wollte Euch fragen, wenIhr für Euren Feind haltet?"
„Keinen Geringeren, als den allmächtigen Günstling, denHerzog von Buckingham."
„Ihr träumt. Was konnte Euch eine solche Meinung bei-bringen?"
„Er hat cs mir selbst gesagt und insofern als ein offener,ehrlicher Mann an mir gehandelt," antwortete Nigel vonGlenvarloch.
„O, Ihr kennt ihn noch nicht," entgegnete sein Besucher.„Der Herzog ist ein Inbegriff von hundert edlen Eigenschaf-ten, die ihn veranlassen, wie ein stolzes Roß bei dem gering-sten Hindernisse auf seinem Wege ungeduldige Seitcnsprllngezu machen. Aber was er in solchen Augenblicken fliegenderHitze sagt, ist nicht seine wahre Meinung. Gott sei Dank!ich vermag mehr bei ihm, als die Meisten aus seiner Umge-bung. Kommt mit mir, ihn zn besuchen, Ihr werdet sehen,wie er Euch anfnimmt."
„Ich habe Euch gesagt," versetzte Glenvarloch mit einigemNachdrucke, „daß der Herzog von Buckingham, ohne die ge-ringste Beleidigung von meiner Seite, sich im Angesichte desHofes für meinen Feind erklärt hat. Er muß diesen Angriff