213
zu spielen, gegenüber einem jungen Manne, dem seine Mnnd-fertigkeit und seine Bekanntschaft mit den höchsten Kreisen derGesellschaft in Nigels Angen eine gewisse Ueberlegenheit gab.Er suchte darum einzulenken und weitere Erörterung abznschnei-den durch das Geständniß, daß seine Rückkehr in die Hcimath,auch wenn sie nicht sein Wunsch wäre, ihm durch die Noth-wcndigkeit geboten werde. Seine Angelegenheiten seien nichtgeordnet, sein Einkommen ungewiß.
„Bei wem am Hofe sind die Angelegenheiten geordnet oderist das Einkommen gewiß?" entgcgncte Lord Dalgarnv. „Allegewinnen oder verlieren hier. Wer Vermögen hat, kommt her,um es los zu werden, während die Glücklichen, welche, wieIhr und ich, Nichts besitzen, die frohe Aussicht haben, sich inihre Beute zu Heilen."
„Ich habe keine derartigen Wünsche," erwiderte Nigel;„und wenn ich sie hätte, so fehlten mir die Mittel dazu. Ichkann kaum das Kleid, welches ich trage, mein nennen; ichverdanke es — und ich schäme mich nicht, cs zu sagen — derFreundschaft jenes guten Mannes."
„Ich will nicht wieder lachen, wenn ich umhin kann," sprachLord Dalgarnv. „Lieber Himmel! Mußtet Ihr denn zu einemreichen Goldschmied gehen, um einen Anzug zu erhalten? Ichhätte Euch zu einem ehrlichen, vertrauensvollen Schneider brin-gen können, der Euch ein halbes Dutzend geliefert hätte, blosnm des Wörtchens „Lord" willen, welches Ihr vor Eurem Na-men habt. Und dann hätte Euer Goldschmied, wenn er wirk-lich ein freundlicher Goldschmied ist, Euch mit einem Beutelvoll Roscnobeln ausstatten sollen, daß Ihr drei Mal so vielAnzüge hättet kaufen oder bessere Dinge hättet thun können."
„Ich verstehe diese Manieren nicht," versetzte Nigel, indemsein Unwille seine falsche Scham bemeisterte. „Wenn ich am