sich schnell nach seinem Schützling um. LordGlenvarloch hattesich in eine Fenstervertiefung zurückgezogen, um den neugierigenBlicken der Hoflente zu entgehen. Der Graf nahm ihn beim Armeund führte ihn aus dem Andienzzimmcr in das erste Vorzimmer.Der mackere Goldschmied kam ihnen mit dem Ausdrucke gespannterErwartung entgegen. Der alte Grafbefriedigte dieselbe vorläufigdurch die kurze Bemerkung: „Alles ist gut," und fragte: „IstEure Barke bereit?" Hcriot bejahte es. „So gebt mir einenSitz darin," sprach der alte Herr; „ich will Euch dafür eineMahlzeit geben, denn wir haben Etwas mit einander zu reden."
Beide folgten dem Grafen, ohne ein Wort zn sprechen.Im zweiten Vorzimmer verkündete der laute Ruf der Thür-wärter: „Der Herzog!" — leiser wiederholt von den übrigenAnwesenden, die sich beeilten, Platz zn machen, daß der all-mächtige Günstling nahe.
Er trat ein, prachtvoll gekleidet in die malerische Tracht,welche Vandyks Pinsel verewigt hat als das treffliche Sinnbilddes stolzen Zeitalters, in welchem der Adel, obwohl auf hohlerGrundlage stehend und seinem Falle sich znneigcnd, noch immerdurch äußeren Glanz und Aufwand seine Hoheit über die niederenKlassen zn behaupten suchte. Niemandem stand dieseTracht schö-ner, als dem Herzog von Buckingham mit seinem schönen Gesicht,seinem gebietenden Blick, seiner ansehnlichen Gestalt und sei-ner anmuthigen Haltung. In dem gegenwärtigen Augenblickeaber waren die Züge dieses schönen Gesichtes entstellt, seineKleidung schien weniger sorgfältig, als sie für den Ort paßte,sein Schritt hastig und seine Stimme klang herrisch.
Alle bemerkten denZornfiecken anfseinerStirn, und zogen sichso eiligznrück, umihmPlatz zn machen, daßderGrafvonHnnting-len, der seinen gewöhnlichen Schritt beibchiclt, nebst seinen Be-gleitern, die ihn schicklicher Weise nicht verlassen konnten, allein