185
gen und kindischen Bewegungen bildete, mit welchen er seine Un-terhaltung begleitete. Allein während seine Haltung nichts weni-ger als würdevoll war, zeigte er ein so gutmüthiges, vertraulichesWesen, suchte er so wenig seine Schwaben zu verhehlen und hatteer so viel Nachsicht für die Schwächen Anderer, das; die Art, wieer mit den Leuten redete, verbunden mit seiner Gelehrsamkeitund einem gewissen Mas; von Mutterwitz, einen günstigen Ein-druck ans die, welche ihm nahe kamen, nicht verfehlte.
Der Graf von Hnntinglen (so hieß der wohlwollende Greis,der unfern Helden eingeführt hatte) stellte Nigeln dem König vor.Jakob empfing den jungen Freiherrn gnädig und äußerte gegenden Grafen: „Es freut mich, Euch beide Herren neben einanderzu sehen. Denn Eure Vorfahren, ja Ihr selber, Herr Graf, unddieses Jünglings Vater habt ench auf Schwertlängc einandergegenübergestanden, und das ist eine böse Stellung."
„Bis Ew- Majestät Herrn Ochtred und mich uns die Händereichen ließet an dem denkwürdigen Tage, wo Ihr alle Edlen,welche in Fehde wider einander lagen, bewirthetet und ver-söhntet," fügte der Graf hinzu.
„Ich erinnere mich dessen wohl," sprach der König. „Eswar ein Glückstag, der 19. September, und cs war ein wah-rer Spas; zu sehen, was die Kerle zum Theil für Gesichter zo-gen, als sie ihre Hände zusammenlegten. Meiner Seele, ichglaubte, Einige von ihnen, besonders die Hochländer, würdenin Unserer Gegenwart sogar losbrechen; allein Wir hießen sieHand in Hand nach dem Kreuze marschiren, Wir selber voran,und dort brüderlich mit einander trinken, zur Erstickung derFehden und zu ewiger Freundschaft. Der alte Hans Ander-son war in jenem Jahre Burggraf; der Kerl henlte vor Freude,nnd die Amtleute und Räthe tanzten barhaupt vor Uns, wiefünfjährige Füllen, vor lauter Lust."