sein kann; cs geht gegen mein Gewissen, — cs geht über mei-nen Bereich hinans. Aber ich will Ener Geheimnis; bewahren."
„Ihr werdet nicht so niederträchtig sein, mich im Stichezu lassen, nachdem Ihr mir mein Geheimnis; abgelockt habt!"rief die erzürnte Mamsell. „Thut Ihr es, so werd' ich michzu rächen wissen; thut Ihr es nicht, so werd' ich Euch gutbelohnen. Bedenkt, das; Eures Mannes Hans meinem Vatergehört."
„Ich weis; eö nur zu gut," erwiderte Ursula, nachdem sieeinen Augenblick nachgedacht, „und ich möchte Euch in Allemdienen, was in meinem Bereiche liegt. Aber mich in solchegroße Händel einznlassen — Mein Lebtage werd' ich nicht diearme Frau Turner, meine geehrte Beschützerin vergessen —Friede sei mit ihr! — Sic hatte das Unglück, sich in die An-gelegenheit von Somerset und Overbury zu mengen. Dergroße Graf und die Frau Gräfin zogen ihre Hälse ans derSchlinge, und überließen es ihr und einem halben DutzendAndern, für sie herznhalten. In meinem Leben werd' ich nievergessen, wie sie auf dem Schaffst stand, nm ihren schönenHals die Krause, gesteift mit gelber Stärke, die ich ihr sooft hatte machen helfen, und diese Krause mußte dann einemrauhen Hanfstrick Platz machen. Solch' ein Anblick, Herzchen,benimmt einem die Lust, sich in Sachen zu mengen, bei denenman sich die Finger verbrennen kann."
„Ihr Närrin!" cntgegnctc Margarethe. „Sehe ich darnachans, als wollte ich mit Euch von solch' verbrecherischem Thunreden, wofür jenes Weib gestorben ist? Was ich von Euch be-gehre, ist, daß Ihr mir genaue Auskunft über die Angelegen-heit verschafft, die diesen jungen Herrn nach Hofe führt."
„Und wenn Ihr dies Geheimniß habt, Herzchen," sprachUrsula, „was kann es Euch helfen? Dennoch wollte ich