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Jauchen ist im Grunde doch keine Närrin; sie weiß wohl, daßjunge Leute bessern Rath brauchen, als sie geben kann, undsie weiß, wo er zu haben ist. Also, mein schönes Kind, müßtIhr so gut sein und mir sagen, warum Ihr mißgelaunt seid,und es dann der Frau Ursel überlassen, eine Kur ausfindigzu machen."
„Nun, wenn Ihr so geschickt seid, Mutter Ursula," erwi-derte das Mädchen, „so könnt Ihr ja wohl errathen, wasmir fehlt, ohne daß ich es Euch sage."
„Ei gewiß," erwiderte die gefällige Matrone; „Niemandversteht besser als ich das gute alte Spiel: Wie ist mein Ge-danke? Ich wette, Euer Köpfchen steht nach einem neuenKopfputz, der etwa einen Fuß höher wäre, als ihn die Bür-gcrsfrauen tragen; oder Ihr möchtet gern nach Jslingtonoder Ware fahren, und Euer Vater will nicht, oder —"
„Ihr seid eine alte Närrin, Frau Suddlechop," unterbrachMargarethe ärgerlich, „und zerbrecht Euch um Dinge denKopf, von denen Ihr Nichts wißt."
„Eine Närrin? — ja, Mamsell," erwiderte Frau Ursulabeleidigt; „aber alt? — nicht so viel älter als Ihr."
„Ah, wir sind zornig; nicht wahr?" sprach die Schöne.„Sagt doch, Madame Suddlechop, die Ihr nicht so viel älterseid als ich, wie kommt Ihr dazu, solchen Unsinn mir vorzu-schwatzen, die ich so viele Jahre jünger bin und doch mehrVerstand habe, als daß ich mir wegen Jslington oder wegenKopfputz Kummer machen sollte?"
„Gut, gut, Mamsell," versetzte die weise Rathgeberin, in-dem sie aufstand. „Ich merke, daß ich hier Nichts nützen kann,und ich denke, da Ihr so viel Verstand in Euren eignen Angelegen-heiten habt, könntet Ihr es unterlassen, Leute um Mitternachtaus dem Bette jagen zu lassen, um ihren Rath zu erfragen."