verbeugte gegen den Alten und gegen die Frau vom Hause.Wißt Ihr, wer sie ist?"
„Nein," antwortete Nigel. „Ich vermuthe aber, es isteine Verwandte."
„Den Teufel auch!" fiel Moniplies hastig ein. „Mit kei-nem Blutstropfen mit ihnen verwandt, wenn sie überhaupt einenBlutstropfen in sich hätte. Ich sage Euch nur, was alle Leuteals Wahrheit erzählen, die im Bereich der Lombardstraße woh-nen, daß das Fräulein, oder das Weibsbild, oder wie Ihr sienennen wollt, seit manchem Jahre leiblich todt ist, obwohl sieLei ihnen, selbst bei ihren Andachten, erscheint."
„Wenigstens wirst du zugeben, daß sie ein guter Geist ist,"bemerkte Nigel Olifaunt, „da sie eine solche Zeit wählt, ihreFreunde zu besuchen."
„Das weiß ich nun gerade nicht," cntgegnete der abergläu-bische Diener. „Ich wüßte keinen Geist, der dem Donnerwvrtc vonHerrn Johann Knox Trotz geboten hätte, dem mein Vater in seinenschlimmsten Zeiten beistand, ausgenommen eine Zeitlang, woder Hof, dem mein Vater Fleisch lieferte, gegen ihn war. Aberder Geistliche dort hat eine ganz andere Art, als unser gewaltigerMeister Rollock und Herr David Black von North-Leith und der-gleichen. Lieber Gott, was weiß ich, ob die Gebete, wie sie dieSüdländer ans ihrem schwarzen Meßbuch ablesen, nicht die Krafthaben, Teufel herbeizuziehen, so wie ein recht heißes Gebet ausdem Herzen dieselben vertreiben kann, gleichwie der böse Geistdurch den Geruch der Fischleber aus der Brantkammer von Sara,der Tochter Ragnels, vertrieben ward? Was übrigens diese Ge-schichtebetrifft, so laß ich es dahin gestellt sein, ob sie wahr ist odernicht, denn bessere Männer als ich haben sie bezweifelt."
„Gut, gut, gut," sprach ungeduldig der Freiherr; „wir sindjetzt bald zu Hanse. Ich habe dich anssprechen lassen, um in Zu-