knnft von deiner neugierigen Thorhcit und von deinem schwach-köpfigen Aberglauben Nichts mehr zn hören. Wofür hältst duoder deine unsinnigen Gewährsmänner diese Person?"
„Darüber kann ich nichts Genaues sagen," antwortete Mo-niplies. „Gewiß ist, daß ihr Leib vor Jahren gestorben ist undbegraben war. Nichtsdestoweniger wandert sie immer noch ansder Erde herum, und besonders in Meister Heriots Familie,wiewohl sie von Solchen, die sie genau kennen, auch ander-wärts gesehen worden ist. Aber wer sie ist, das will ich nichtfür gewiß sagen, eben so wenig, wie sie, gleich einem hollän-dischen Braunchen, sich au eine einzelne Familie anschließt.Man sagt, sie habe eine Reihe Zimmer für sich, ein Vorzim-mer, ein Wohnzimmer und ein Schlafzimmer. Aber sie hatkein Bett, sie schläft in ihrem Sarge. Wände, Thüren, Fen-ster sind so verhängt, daß nirgends durch eine Ritze Tageslichteindringcn kann; sie lebt bei Kerzenschein-"
„Wozu dies, wenn sie ein Geist ist?" fragte Nigcl Olifannt.
„Was weiß ich?" erwiderte der Diener. „Ich danke Gott,daß ich Nichts von ihrem Gefallen oder Mißfallen weiß. Aberihr Sarg ist da, und ich überlasse Ew. Herrlichkeit, zu errathcn,was ein lebendiges Wesen mit einem'Sarge zn thnn hat.Gerade so wenig, wie ein Geist mit einer Laterne, denk' ich."
„Welchen Grnnd" — sprach Nigel — „kann ein so jungesund schönes Geschöpf haben, jetzt schon für gewöhnlich seindereinstiges letztes Ruhebett zn betrachten?"
„Das weiß ich wirklich nicht, gnädiger Herr," antworteteMoniplies. „Aber der Sarg ist da, wie mir Augenzeugen ge-sagt haben. Er ist von Ebenholz, mit silbernen Nägeln ver-ziert und mit dem kostbarsten Damast ausgeschlagen, so daßeine Fürstin darin liegen könnte."
„Sonderbar!" sprach Nigel, dessen Einbildungskraft, wie