Die Schusseln wurden abgetragen, und statt ihrer erschienConfect und ausgesuchte Weine. Nigel, welcher im Auslandemancher Mahlzeit bei reichen Bürgermeistern bcigewohnt hatte,fand dieselben durch den Aufwand dieses Londoner Burgers übcr-troffen. Dabei war aber aller äußere Schimmer vermieden, dermit dem Stande des Gastgebers unverträglich geschienen hätte.
Während des Nachtisches unterhielt sich Nigel, wie es diegute Lebensart jener Zeit erforderte, vornehmlich mit Jung-frau Judith. Er fand in ihr ein Weib von gesundem schotti-schen Verstände, mit mehr Neigung zn den Puritanern, alsihr Bruder Georg hatte, der sie immer Tante nannte und fürden sie eine zärtliche Sorgfalt bewies. Indessen war die Un-terhaltung mit dieser Dame nicht sonderlich anziehend; umsonatürlicher fühlte sich der junge Freiherr zu seiner anderenNachbarin hingczogen, zn der hübschen Tochter des alten Uhr-machers. Allein dieser ließen sich nur einsylbige Antwortenentlocken, und die feinsten Artigkeiten, die der junge Freiherrihr sagte, wurden mit einem so leichten und flüchtigen Lächelnerwidert, daß cs kaum bemerkbar war.
Nigel wurde allgemach der Gesellschaft müde, zumal dadie alten Bürger sich mit dem Hanswirthe über Handelsange-legenheiten unterhielten in einer Sprache, die ihm ganz un-verständlich mar. Plötzlich nahm Herr Mungo Malagrowtherdie Aufmerksamkeit der Gesellschaft in Anspruch.
Dies liebenswürdige Wesen hatte sich seit einiger Zeit indie Vertiefung eines Erkerfensters zurückgezogen, von wo auser auf die Straße und in die Hausthür sehen konnte. DieserPlatz sagte dem milzsüchtigcn Alten vorzugsweise zu, insoferner ihm ans der belebten Straße mancherlei Erscheinungen vor-führte, die ihm Anlaß gaben, seiner Neigung zu Hohn undTadel zn fröhnen. Was er bisher gesehen hatte, schien nicht