Druckschrift 
12 (1851) Nigels Schicksale
Entstehung
Seite
140
Einzelbild herunterladen
 

Nigel den noch höheren Ehrenplatz znr Rechten der Matronezwischen dieser und Jungfrau Margarethe einnehmcnMllein ersah dies mit um so größerem Gleichmnthc, da zwischen ihmund dem jungen Freiherrn ein köstlicher gespickter Kapaun stand.

Das Mittagsmahl war so beschaffen, wie cs in dieser Zeitgewöhnlich war. Alle Speisen waren vortrefflich, und außerder versprochenen schottischen Kost prangten ans dem Tische diestehenden Leckerbissen Altenglands: Rindfleisch und Pudding.Die schön gearbeiteten silbernen Becher erwarben das Lobmehrer Gaste, und veranlaßten den lahmen Ritter zu derhämischen Bemerkung:Selber ist der Mann."

Ich schäme mich meiner Arbeit nicht, Herr Mungo," ver-setzte der ehrliche Burger.Man sagt, ein guter Koch verstehtseine Finger zu lecken; wäre es nicht thöricht, wenn ich, derich das Silber ans die Credcnztische von halb Britannien ge-lieferthabe, mich auf meinem eignen mit Zinn begnügen wollte?"

Der Segen des Geistlichen verstattcte nun den Gästen denAngriff auf das, was sie vor sich hatten. Die Mahlzeit wardmit allem Anstande eingenommen, bis Tante Judith zur Em-pfehlung des Kapaunen die Gäste versicherte, er sei von einerausgezeichnet guten Art, welche sic selber ans Schottland mit-gebracht habe.

Madame," bemerkte Herr Mungo mit einem Blick aufden Hanswirth,es ist ihm gegangen, wie mehren seinerLandsleute, er ist in England tüchtig gespickt worden."

Bei andern seiner Landsleute" versetzte Heriothataller Speck in England nicht anschlagen wollen."

Der Ritter verzerrte den Mund und erröthete, die übrigenGäste lachten. Da der Satyriker gute Gründe hatte, es mitMeister Georg nicht aufs Aenßerste zu treiben, so verharrteer fortan, so lange die Mahlzeit dauerte, im Schweigen.