oder Beförderung zu erlangen. Manchmal ergötzte sich der Königan seinen beißenden Ausfällen; allein eine solche Gelegenheit be-nutzte der lahme Ritter nie zu seinem Vortheile, und seine Feinde,d. h. der ganze Hof, wußten ihm immer wieder die Gunst desHerrschers zu entziehen. Der berühmte Archic Armstrong bot ihmin seinem Edelmuthe ein Stück von seiner Narrenjacke an, um ihmauf diese Weise die Vorrechte eines Spaßmachers von Professionmitzutheilen, — „denn," sagte der Hofnarr, „Herr Mungo ge-winnt, so wie er jetzt ist, für einen guten Witz eben nur dieVerzeihung des Königs dafür, daß er ihn gemacht hat."
Selbst in London ließ der goldne Regen, welcher rings umihn her fiel, keine Glückssaat für Herrn Mungo aufsprossen. Erwurde alt, taub und mürrisch, seine Einfälle verriethen nicht mehrden Geist, welcher sie früher belebt hatte, und Jakob, der in seinenalten Tagen immer noch lediglich junge Leute um sich habenwollte, duldete ihn kaum noch bei sich. HerrMungo zeigte darumim Herbste seiner Tage seine abgemagerte Gestalt und seine ver-schossene Stickerei am Hofe so selten, als es nur immer seineSchuldigkeit erlaubte, und suchte Nahrung für seine Spottsuchtauf den öffentlichen Spaziergängen und in den Seitenhallen derPaulskirche, dem damaligen Sammelplätze der Nenigkeitskrämerund der verschiedensten Charaktere. Er hing sich besonders anseine Landsleute, zumal an solche, welche er als in Rang undHerkunft unter sich stehend betrachtete. Er verachtete und haßtenützliche Gewerbe und die, welche sie trieben; dennoch lebte ermeist unter schottischen Gewerbs- und Kaufleuten, die dem Hofenach London gefolgt waren. An diesen konnte er seine cynischeLaune auslaffen, ohne sie empfindlich zu verletzen; denn einigeließen sich dieselbe gefallen aus Rücksicht ans seine Geburt undRitterwürde, andere, verständigere bedauerten den alten Mannals einen Unglücklichen und ließen sich darum viel von ihm gefallen.