sollte. — Aber da kommt Maxwell, sich biegend unter seinerBürde, wie der goldne Esel des Apulcjns."
Heriot beeilte sich, dem Thürwart seine Last abzunehmenund den Präsentirteller von ungewöhnlicher Grosse in ein sol-ches Licht zu setzen, daß der König die erhabene Arbeit daranbequem betrachten konnte.
„Meiner Seele!" rief der König, „ein Prachtstück und fürdas Gemach eines Königs geeignet. Auch die Darstellung ist,wie Ihr richtig bemerkt, sehr paffend, — ja, es ist das UrthcilSalomo's, eines Fürsten, in dessen Fußtapfen jeder lebendeMonarch nacheifernd wandeln sollte."
„Den nur Einer erreicht hat, — wenn ein Unterthan dassagen darf," fügte Maxwell hinzu.
„Halt's Maul, nichtsnutziger Schmeichler!" rief der Königmit einem Lächeln, welches bewies, daß die Schmeichelei ihreWirkung gethan hatte. „Betrachte dies Prachtstück und halteden Schnabel. — Von wem ist wohl die Arbeit, Gürge?"
„Sie ist von dem berühmten Florentiner Benvennto Celliniund war für Franz den Ersten bestimmt; aber ich hoffe, sie wird ei-nen passenderen Eigenthümer finden," erwiderte der Goldschmied.
„Franz von Frankreich!" rief der König. „Salomo, denKönig der Juden, dem Franz von Frankreich schicken! MeinerSeele, dies allein könnte beweisen, daß Cellini verrückt war,wenn er auch sonst keine Tollheit begangen hätte. — Franz!Er war ein streitsüchtiger Narr, ein bloßer fechtender Narr;er ließ sich bei Pavia fangen, wie vor Zeiten unser David beiDurham. Hätte man ihm Salomo's Weisheit und Friedens-liebe und Gottseligkeit schicken können, so wäre ihm damitein besserer Dienst geschehen. Aber Salomo sollte in andererGesellschaft sein, als bei Franz von Frankreich."
»Ich hoffe, dies Glück soll ihm werden," sprach Heriot.