Druckschrift 
12 (1851) Nigels Schicksale
Entstehung
Seite
121
Einzelbild herunterladen
 

121

Es ist eine sehenswerthe Kunstarbeit," fuhr der Königfort.Jndeß es kommt mir vor, als schwinge der Carnifexoder Scharfrichter da seine Plempe zu nahe bei des KönigsGesicht, welches im Bereiche seiner Waffe ist. Ich glaube,geringere als salomonische Weisheit hätte dem König sagenmüssen, das; schneidende Werkzeuge gefährlich sind, nnd hätteihn veranlassen müssen, dem Kerl z» sagen, entweder seinenSäbel einznstecken, oder etwas weiter zurückzutreten."

Georg Heriot suchte diesen Einwnrf zn beseitigen durch dieVersicherung, das; die große Nähe des Scharfrichters bei demKönige nur scheinbar sei, nnd das; man die Perspective in An-schlag bringen müsse.

Geht znm Tenfel mit Eurer Perspective!" entgegnete derKönig.Kann es eine schlimmere Perspective geben für einenrechtmäßigen König, der in Liebe regieren und in Friede undEhre sterben will, als entblößte Schwerter, die vor seinenAugen blinken? Ich gelte für so muthig, wie viele andereLeute, und doch versichere ich Euch, ich habe nie eine blankeKlinge sehen können, ohne zn blinzeln. Aber im Ganzenist es ein herrliches Stück. Was kostet es?"

Der Goldschmied bemerkte, daß es nicht sein Eigenthumsei, sondern einem bedrängten Landsmanne gehöre.

Das soll Euch zur Entschuldigung dienen, wenn Ihr dendoppelten Preis dafür fordert. Nicht wahr?" bemerkte derKönig.Ich kenne eure Kniffe, ihr Schacherer."

Ich kann nicht hoffen, Ew. Majestät Scharfblick zu täu-schen," erwiderte der Goldschmied.Es ist so, wie ich gesagthabe, und der Preis beträgt hundertundfünfzig Pfund Ster-ling, wenn Ew. Majestät geruht, baar zu bezahlen."

HundertundfünfzigPfund?" wiederholte derKönig.Schafftmir erst so viel Hexen und Zauberer, um sie aufzubriugen.