Druckschrift 
12 (1851) Nigels Schicksale
Entstehung
Seite
114
Einzelbild herunterladen
 

Der junge Mensch begab sich an die Arbeit und vollendetesie zu des Bürgers Zufriedenheit, ohne anfznsehen oder dieFeder hinzulegen. Heriot gab ihm einen Goldgnlden, befahlihm an, bei Leibe das Geheimniß in allen ihm anvertrautenGeschäfte» zu bewahren, bestieg wieder sein Thier und setzteseinen Weg längs den Strand fort.

Temple-Bar, durch welches Heriot kam, war nicht wie jetztein gewölbtes Thor, sondern ein Pfahlwerk, dessen Oeffnung beiNacht und in unrichtigen Zeiten mit Stangen und Ketten geschlos-sen wurde. Ebenso war der Strand, ans dem er hinritt, nicht,wie jetzt, eine fortlaufende Straße, obwohl er bereits anfing, sichdazn zu gestalten. Er bildete noch einen offenen Weg, an dessenSüdseite einzelne Häuser des hohen Adels standen, mit Gärtennach dem Flnsse hin, in welchen häufig ans den Gärten Trep-pen zur bequemen Besteigung der Kähne führten. Viele dieserHäuser haben die Namen ihrer vornehmen Besitzer auf dievom Strande nach der Themse führenden Straßen vererbt.Die Nordseite des Strandes bestand ans einer langen Häuser-reihe, hinter welcher, z. B. in der Martinsgasse, stark gebautwurde. Coventgarden war noch ein wirklicher Garten, in wel-chem nur erst hie und da einige Häuser standen. Alles ringsumherdeutete auf das schnelle Anwachsen einer Hauptstadt, welchelange Zeit Frieden nnd Wohlstand genossen hatte. Ueberallstiegen Häuser empor, und das scharfe Auge unsers Bürgerssah die Zeit nicht mehr fern, wo die Landstraße, ans welcher erritt, zn beiden Seiten mit Häuserreihen eingefaßt, den Hof unddie Hofstadt mit der Altstadt von London verbinden würde.

Er kam dann durch Charing-croß, damals schon nicht mehrdas liebliche einsame Dörfchen, in welchem die Richter aufihrem Wege nach Westminstcrhall zn frühstücken pflegten, son-dern schon sich zu der Pulsader gestaltend, durch welche, wie