macht; er ist brav und pünktlich, gewissenhaft in der Zeit undin seinen Verbindlichkeiten. Seid artig gegen Euren vorneh-men Gast und sorgt, daß ihm nichts abgeht. Obwohl es ihm fürjetzt beliebt, unbemerkt zu bleiben, so sind doch Leute, die fürihn sorgen, und ich bin beauftragt, zuznsehen, daß ihm Nichtsabgehe. Laßt mich darum durch Euren Mann von Zeit zu Zeitwissen, wie es mit ihm steht und ob er Etwas braucht."
„Also ist er wirklich ein Lord?" fragte die Hausfrau. „IchHab' es doch immer gedacht. Aber warum sitzt er denn nichtim Parlament?"
„Er hat seinen Sitz im Parlament von Schottland," ant-wortete Heriot.
„So! er ist nur ein schottischer Lord," rief die Dame.„Drum, sagen die Leute, schämt er sich, den Titel zu führen."
„Laßt ihn das nicht aus Eurem Munde hören," sprach derBürger.
„Was? ich sollte so Etwas sagen?" entgegnete die Haus-frau. „Nein, so Etwas kommt mir nicht in den Sinn. Mager ein Schotte oder ein Engländer sein; er ist ein lieber Mannund ein artiger Mann, und ehe ihm Etwas abgehen sollte,wollte ich ihm lieber selber aufwarten und bis in die Lom-bardstraße laufen, Euch meine Aufwartung zu machen."
„Laßt Euren Mann zu mir kommen, liebe Frau," bemerkteder Goldschmied, der bei all seiner Lebenserfahrung und Bie-derkeit doch etwas förmlich und hofmeisterisch war. „DasSprichwort sagt: Wo die Frau schwärmt außer'm Hans, dageht Alles bunt und kraus; — und überlaßt cs dem DienerSr. Herrlichkeit, ihm in seinem Zimmer anfzuwarten; das istschicklicher. Guten Morgen!"
„Guten Morgen, Herr!" erwiderte die Hausfrau kalt, und sowieder Rathgeber weg war, brummte sie: „DeineZurechtweisung