105
cdelmüthig angebotcn und soll ohne Rückhalt angenommen wer-den. Ich muß annchmcn, daß Ihr in dieser Sache einen Wegseht, um znm Ziele zn kommen, obwohl ich ihn nicht sehe;denn ich glaube, es könnte Euch nicht Freude machen, mir eineLast aufznladen, indem Ihr mich Schulden machen ließet,die ich nicht bezahlen könnte. Ich will also Euer Geld an-nehmen, in der Hoffnung, daß Ihr mich in den Stand sehenwerdet, es Euch pünktlich wieder zn erstatten."
„Ich will Euch überzeugen, edler Herr," erwiderte der Gold-schmied, „daß ich mit Ench zn handeln gedenke als ein Gläubiger,der ans Wiedererstattung rechnet. Ihr werdet die Güte haben,mir eine Bescheinigung des Empfangs dieses Geldes und eineVerschreibung in Betreff der Rückzahlung anszustellen."
Mit diesen Worten nahm er aus seinem Gürtel sein Schreib-zeug und schrieb einige Zeilen des angcdentetenInhalts. Sodannzog er aus einer Seitentasche unter seinem Mantel einen Beutelhervor, bemerkend, daß er wohl hundert Pfund enthalten werde,und zahlte bedächtlich den Inhalt auf den Tisch. Nigcl Qlifauntbemerkte, dies sei eine nnnöthige Förmlichkeit, er wolle denBcutelmitGold aus dasWort seines Gläubigers annehmen. Allein dieswiderstrebte ganz den Geschäftsgewohnheiten des alten Mannes.
„Nehmt mir das nicht übel," sagte er. „Wir Bürger sindbehutsame und auf das Geld achtsame Leute. Ich würde fürimmer meinen guten Namen, so weit man die Paulsglocke hört,verlieren, wenn ich eine Bescheinigung ausstellcn oder anneh-men wollte, ohne das Geld wirklich zu zählen. — So wird esrecht sein- — Wahrhaftig" — fuhr er fort, einen Blick durchdas Fenster werfend, „dort kommen meine Jungen mit meinemMaulthier; ich muß nach dem Westende. Legt Euer Geld beiSeite, gnädiger Herr; in den Herbergen zn London ist es nichtgut, mit solchen Goldfinken gesehen zn werden. Ich glaube, das