87
men einen so üblen Ausgang verdient hätte. Aber nun gehe andein Rindfleisch mit Senf; das Uebrige wollen mir später hören."
„Es ist Nichts weiter zu sagen," sprach der Diener, „alsdaß ich einen sehr artigen, wvhlgekleideten Herrn oder vielmehrBürger fand in dem Hinterstübchen des Drehummacher-Ladens;der fragte mich, wer ich sei, und ich erfuhr, daß er selber einguter Schotte ist, und, was noch mehr sagen will, ein Stadt-kind aus der guten Stadt, und er nöthigte mir dies portu-giesische Geldstück auf, daß ich es vertrinken solle. Aber ichweiß besser, was ich zu thun habe, — wir wollen es verspeisen. Under sprach davon, Ew. Herrlichkeit einen Besuch zn machen."
„Was, du Taugenichts!" fuhr der Freiherr auf, „du wirstihm doch nicht gesagt haben, wo ich wohne? Tod und Teufel!soll mir jeder ungeschliffene Bürger von Edinburgh kommen,um meine Noth zn sehen und das Marionettenspiel: „der armegroße Herr" anzugaffen."
„Ihm sagen, wo Ihr wohnt?" sprach Richard, der Ant-wort ausweichend. „Wie konnte ich ihm sagen, was ich selbernicht wußte?" Wenn ich den Namen des Gäßchens gewußthätte, würde ich gestern Abend nicht nvthig gehabt haben, michauf den Kirchhof zu legen."
„Hüte dich also, irgend Jemandem Kunde von unsererWohnung zu geben," sagte der Lord. „Diejenigen, mit wel-chen ich zn thun habe, weiß ich auf dem Paulsplatze oder inder Bittschriftenkammer zn treffen."
„Das heißt, den Stall zumachen, wenn das Pferd gestoh-len ist," dachte Richard. „Aber ich muß ihm einen andernRiegel vorlegen."
So denkend, fragte er seinen Herrn, was in der Procla-mation stehe, welche er zusammengefaltet in der Hand hielt.„Ich habe wenig Zeit gehabt, daran zu buchstabiren," sprach