Druckschrift 
12 (1851) Nigels Schicksale
Entstehung
Seite
75
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Beziehung mehr von ihm, als sein Herr, der ihn seit vierund-zwanzig Stunden nicht gesehen hatte. Frau Leuchen Christiebemerkte mit Schmerz die Verlegenheit ihres Gastes, und wünschtevon Herzen, ihn trösten zu können. Sie brachte ihm zum Früh-stück ein treffliches Stück kaltes Pökelfleisch mit dem gewöhn-lichen Beiessen von Rüben, rühmte ihren Senf, als unmittel-bar von ihrem Vetter zu Tewkesbury kommend, würzte miteigener Hand die gerösteten Grobschnitten und zapfte ebenfallseigenhändig einen Krug starkes, schäumendes Doppelbier.

Als sie sah, daß die Unruhe ihren Gast hinderte, dem kräf-tigen Frühstücke, wie man es damals zu genießen pflegte, Ge-rechtigkeit wiederfahren zu lassen, begann sie ihre Trostredcmit der bei Weibern ihres Standes gewöhnlichen Zungenfer-tigkeit, welche, im Vertrauen auf ein hübsches Gesicht, einegesunde Lunge und ein wohlmeinendes Herz, nicht fürchtet,sich selbst oder Andere zu ermüden.

Ei das gute Jahr! sollen wir Euch denn so mager nachSchottland zurücksenden, wie Ihr hergekommen seid? Daswäre doch unnatürlich. Meines Mannes Vater, der alte San-der Christie, habe ich mir sagen lassen, der war spindeldürr,als er hieherkam, und wie er starb auf Barnabastag warenes zehn Jahre da wog er gewiß seine zwanzig Stein. Ichwar damals ein bloßköpfiges Mädchen und wohnte in der Nach-barschaft; ich ließ mir damals nicht träumen, daß ich meinenHans heirathen würde, der seine zwanzig Jahre vor mir vor-aus hat. Aber er ist ein wohlhabender Mann und guter Ehe-gatte und sein Vater, wie gesagt, starb so fett wie einKirchcuvorsteher. Nun, lieber Herr, ich hoffe nicht, daß ich Euchmit meinem Scherz beleidigt habe, und ich hoffe, das Bier wirdnach Eurem Geschmacke sein, und das Rindfleisch und der Senf."

Ganz vortrefflich, sehr gut," antwortete Olifaunt.Es