„Ich will Ew. Gestrengen meine Aufwartung machen," er-widerte der Schotte mit einer tiefen Verbeugung, „vorausge-setzt, daß mein gestrenger Herr es erlaubt."
„Dein Herr?" fragte Georg. „Hast du noch einen andernHerrn außer der Arnmth, deren Livree du trägst, wie du ge-sagt hast?"
„Allerdings," versetzte Richard, „diene ich gewissermaßenzweien Herren. Mein Herr und ich sind Knechte derselbenHexe, der wir entlaufen wollten, als wir uns ans Schottlandfortmachten. Ihr seht, ich bin gewissermaßen der Hintersaßeines Dienstmannes, indem ich dessen Diener bin."
„Und wie heißt Euer Herr?" fragte Meister Georg, fugteaber, als er Richard mit der Antwort zögern sah, alsbaldhinzn: „Nein, wenn es ein Geheimniß ist, so sagt es nicht."
„Ein Geheimniß, an dessen Bewahrung nicht viel liegt,"antwortete Richard i „abgesehen davon, daß wir Nordländeres nicht wohl verdauen können, Zeugen bei unserer Nvth zuhaben. Nicht als ob mein Herr in augenblicklicher Verlegen-heit wäre," fugte er mit einem Blicke auf die englischen Lehr-burschcn hinzu, — „er hat eine große Summe im königlichenSchatze stehen — das heißt," — flüsterte er weiter seinemLandsmanne zu — „der König ist ihm ein Klümpchen Silber!schuldig. Aber es scheint, es ist schwer dazu zu kommen. —Mein Herr ist der junge Lord Glenvarloch."
Meister Georg verrietst Erstaunen, als er diesen Namenhörte. „Ihr ein Diener von Lord Glenvarloch, und in einemsolchen Aufznge?"
„Ja, und ich bin der einzige Diener, den er hat, für denAugenblick heißt das. Es sollte mir lieb sein, wenn es ihmbesser ginge, als mir, wenn ich auch bleiben müßte, wie ichbin."