Druckschrift 
12 (1851) Nigels Schicksale
Entstehung
Seite
59
Einzelbild herunterladen
 

59

Anstrengung, um aufzustehen und fortzugehen. Jan und Franzhielten ihn auf einen Wink von Meister Georg ohne großeMuhe zurück. Der Patient blickte einen Augenblick umher, undsagte dann mit schwacher Stimme in breiter nordischer Mund-art :Was ist das für eine Aufführung, ihr Herren, gegen ei-nen Fremden, der sich in eurer Stadt aufhält? Ihr habt michblutrünstig geschlagen, ihr habt mir den Mantel zerrissen, undjetzt wollt ihr mich gar festhalten. Weisere Männer als ich,"fuhr er nach augenblicklichem Besinnen fort,haben mir ge-rathen, in den Straßen Londons meine schlechteste Kleidungzu tragen, und wenn ich noch eine schlechtere als diese hätteauftreibcn können" (das wäre eine Kunst," flüsterte Jan sei-nem Kameraden zu),so wäre sie immer noch zu gut unterden Händen von Leuten, die so wenig Lebensart haben."

In Wahrheit, die Kleider des guten Herrn sehen aus, alswenn mau nicht viel daran machen dürfte," bemerkte Jan, un-fähig sich länger zu halten, obwohl die Zucht jener Zeit Leu-ten von seinem Stande eine achtungsvolle Zurückhaltung inGegenwart von Eltern, Lehr- oder Dienstherren und bejahrtenLeuten in einem Grade gebot, von welchem die Gegenwartkeinen Begriff hat.

Halt's Maul, Junge!" rief Meister Georg;spotte nichtdes Fremden oder des Armen. Du hast noch wenig in derWelt durchgemacht. Du weißt nicht, in welchen Ländern dunoch waudern und welche Kleider du noch tragen wirst, bevordu stirbst."

Vincent ließ den Kopf hängen und schämte sich. Aber derFremde wollte die für ihn gehaltene Schutzrede nicht gelten lassen.

Herr," sagte er,fremd bin ich, das ist wahr, und michdäucht', in dieser Eigenschaft bin ich ein wenig zu vertraulichin dieser Eurer Stadt behandelt worden. Allein daß ich arm