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doch für die in Abwesenheit ihrer Lehrherren damit beauftragtenNaseweise eine gefährliche Versuchnng. Im Vertrauen ans ihreZahl und ihr Zusammenhalten ließen sich die Lehrbnrschen zuLondon oft verleiten, sich Freiheiten gegen die Vorübergehen-den herausznnehmen und ihren Witz auf Kosten derer zu üben,welche sie nicht hoffen konnten durch ihre Beredtsamkeit inKunden zu verwandeln. Wurde dies mit einer Gewaltthätig-keit erwidert, so waren die Insassen aller Laden bereit zu Hülfezu eilen, und so geschah es nach den Worten eines alten Lie-des, welches I)r. Johnson zu summen pflegte:
„Die Lehrlinge Londons, ein kräftiger Schlag,
Erhoben sich alle an jenem Tag."
Bei solchen Gelegenheiten gab es oft gefährliche Ausläufe,besonders wenn die Templer oder andere mit dem hohen Adelin Verbindung stehende junge Leute beleidigt wurden oder sichbeleidigt glaubten. Ost wurde da der blanke Stahl den Prü-geln der Bürger entgegengesetzt, und von beiden Seiten gabes Todte. Der langsamen und unwirksamen Polizei jener Zeitstand kein anderes Mittel zu Gebot, als daß der Aldermandes Quartiers die Hausväter aufrief und dem Streite durchdie Ueberzahl ein Ende machte, so wie ans der Bühne die Ca-pulets und Montagues getrennt werden.
So waren die Zeiten und Sitten, als eines Abends DavidNamsay nach seiner Gewohnheit sich zu seinen schwierigenLieblingsgeschäften zurückzvg und die Verwaltung seines La-dens seinen leiblich und geistig aufgeweckten, rüstigen und lau-ten Lehrburschen Jan Vincent und Franz Tunstall überließ.
Vincent war in der trefflichen Stiftung der Christkirche er-zogen worden, war mithin ein ächter Londoner mit all derSchlauheit, Gewandtheit und Keckheit, welche der Jugend ei-ner Hauptstadt eigen ist. Er war etwa zwanzig Jahre alt.