Druckschrift 
12 (1851) Nigels Schicksale
Entstehung
Seite
25
Einzelbild herunterladen
 

Sie von dramatischen Versuchen abhält, zn welchen man Sie; so oft aufgcfordert hat?

; Vers. Es mag als einer von den Gründen gelten, warumij ich kein Schauspiel schreibe, das; ich keinen Plan entwerfen

kann. Allein die Wahrheit ist, daß die Annahme meiner Be-> fähigung zn dieser Art von Dichtung bei allzu günstigen Be-nrtheilern hauptsächlich ans den Bruchstücken alter Schauspieles beruht, welche, ans einer den Sammlern unzugänglichen Queller geschöpft, voreilig als Erzeugnisse meines Mutterwitzes betrach-

, tet wurden. Die Art und Weise, wie ich zn diesen Brnch-

stücken gekommen bin, ist so sonderbar, daß ich nicht umhinkann, sie Ihnen zn erzähle». Vernehmen Sie also, daß ich^ vor zwanzig Jahren nach Woreestershire reifete, um einen alten>z Freund zn besuchen, der mit mir in demschen Dragoner-:j regiment gedient hatte.

§ Hanptm. Sie haben also gedient?j Vers. Ja und nein; es kommt auf Eins heraus. Haupt-mann ist ein guter Titel auf Reisen. Ich fand meines Freun-^ des Hans unerwartet mit Gästen angefüllt, und wnrdc, wiedies so geht es war ein altes Haus in das unheimliche^ Zimmer verwiesen. Ich habe, wie ein berühmter Mann der! neueren Zeit sägt, zn viele Geister gesehen, um an sie zu glau-j ben. Also verfügte ich mich getrost zur Ruhe, cingelullt durchden in den Linden rauschenden Wind, deren Zweige kleineSchatten ans den vom Mondlicht erhellten Fußboden warfen.Siehe da kam ein stärkerer Schatten und ich erblickte deutlichans dem Fußboden

Hanptm. Das Weiße Fräulein von Avenel? Siehaben diese Geschichte schon einmal erzählt.

Vers. Nein. Ich erblickte eine weibliche Gestalt in einerNachthaube, einem Geisertnch, einer Schürze, über die Ellen-