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Sinnes werden, alle nach deinen Begriffen handeln, alle ge-stimmt seien, wie du gestimmt bist. — Wie würden solche An-maßungen, solcher Eigensinn neben der Achtung bestehen, welchedu für dich selbst haben sollst ? Fühlst du, daß dich gewisse Ver-bindungen drücken: versuche cs anhaltend, durch jedes gerechteOpfer, durch jede Mühe und Besserung von deiner Seite, ihnenmehr Annehmlichkeit zu verschaffen. Wenn edler, uneigennützigerSinn Hand in Hand mit Klugheit wandelt: selten kann diesenwiderstanden werden. Und ist auch das Acußcrstc vergebens:dann lerne Verbindungen dieser Art entbehren. Je unabhängiger,genügsamer und anspruchloser, je glücklicher ist der Mensch.
Zufrieden sein mit Gott, mit dir, mit Andern; aber auch —zufrieden machen! — Wie wärst du glücklich in dir selbst,wenn du eine Seele wüßtest, die durch deine Schuld nicht ganzglücklich wäre? ES steht zwar nicht in unserer Macht, Jedenzu beglücken; wohl aber steht es in unserer Macht, zu verhüten,daß kein guter Mensch durch uns Ruhe, Freude und Frieden ver-liere. Und dies ist schon viel gcthan! Und was wir dem Ge-ringsten unserer Brüder thun, das haben wir uns selbst gethan.Wer fremden Kummer ohne Rührung sicht, den er doch mildernkönnte, bereitet sich selbst Kummer, und bringt sein eigenes Herzum eine Wollust.
Zufrieden machen! — Das Glück, welches wir Andernbereiten, die Freude, welche wir unfern Bekannten gewähren,find nur Aussaaten unsers eigenen Glückes, die früher oder späterwiederum uns selbst mit goldener Aernte belohnen. Das Gute,welches wir stiften, cs sei auch noch so klein, strömt immerwieder auf uns zurück.
Zufrieden machen! ES ist nicht möglich, daß ein Sterb-licher vollkommen glücklich sei, einsam, ohne den Anblick allgemeinerZufriedenheit. Wer möchte sich an allgemeiner Trauer ergötzen,wer fröhlich sein, wo unzufriedene Gesichter uns umringen?