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Lebenslauf, deine Schicksale; woran lag cs? Du hattest es nichtimmer so, wie du wolltest; aber warst du auch immer so, wiedu solltest? Du wurdest von lieblosen Menschen hart behandelt;aber wenn du deine Pflichten alle vollbracht, warst du nicht selbstunter jener lieblosen Behandlung froh? Es fehlte dir mancherGenuß, manche Freude, die Andere Deinesgleichen hatten; aberhattest du auch so manchen Verdruß, so manche Verlegenheitund Noth, die sic erduldeten? Dein Vermögen vergrößerte sichnicht so schnell, als du wünschtest, du littest wohl manchen Un-fall; aber du hattest doch bisher genug, um leben zu können,und wohl noch mehr, um dir ein Vergnügen zu bereiten: warumsetztest du dein ganzes Glück in den Gewinn einer Sache, dienie von dir abhing, die dem Wechsel mannigfaltiger Umständeunterworfen ist? Du wardst von vermeinten Freunden undFreundinnen falsch und treulos behandelt; du irrtest dich in ihrerDenkart; es ist dir schmerzlich: aber der Jrrthum war auf deinerSeite; warum beklagst du thörichter Weise deine Täuschung, undgenießest nicht vielmehr die hohe Freude des cdcln Selbstgefühls:du habest keinen derer betrogen, die dich Freund hießen?
Gott wollte: glücklich soll der Mensch sein; auch aufErden soll er es »ach Maßgabe seiner Kräfte sein! Gott wolltees; denn der Allgütigste will nur das Gütigste.
Glücklich soll jeder Sterbliche sein, doch nur — wenn ercs sein will. Den freien Willen gab uns der göttliche Vater,weil wir selbstständige Wesen, geschaffen nach seinem Bilde, seinsollten, keine todten Werkzeuge, keine willenlosen Gestalten, un-fähig zum Guten oder Bösen.
Glücklich zu sein, hängt also von jedes Menschen Willen ab.Das Glück, welches nicht von mir selbst und durch eigeneKraft erworben werden kann, ist kein wahres Glück, weil, wasmir Andere geben, auch Andere eben so leicht wieder nehmenkönnen. Gott würde uns nicht zur Glückseligkeit geschaffen haben,