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Bei so viel Segen, so viel Huld,
Bin ich nicht froh, ist's meine Schnld.
Diese Erde ist ein blumenreicher Schauplatz mannigfaltiger Freu-den; die Hölle wohnt nur in der Brust derer, die sie hincinlegenwollen. Durch die Unersättlichkeit ihrer Wünsche zerstören sie ihreGeistesruhe, durch Unmäßigkeit im Genüsse ihres Leibes Gesund-heit. Um der Ungeduld willen, mit welcher sie auf die Zukunft,auf Glücksgütcr hoffen, die ihnen noch fehlen, verlieren sic dieFreude des gegenwärtigen Augenblicks, und den Genuß der Güter,die ihnen gehören.
Aus der ungestümen Sehnsucht nach dem Bessern steigen diemeisten Leidenschaften hervor, die uns quälen: die Sorge, welcheden Geist von der Lust der Gegenwart entfernt; der Geiz, wel-cher sich aus Angst für die Zukunft des vorhandenen Glücks be-raubt; die Verschwendung, welche nach immer bessern Genüssenhascht, und nie Befriedigung findet; die Ehrsucht, welche nichtruhen läßt, und mit gerechter Achtung des Verdienstes nicht ge-sättigt werden kann; der Neid, welcher Jeden als Räuber einesGlückes haßt, das er nicht besitzt; die Verleumdung, des Neidesdienstfertige Schwester, und so das ganze Gefolge von Lasternaller Art. Denn wer auch nur eine Sünde liebt, hat, ohne eszu wollen und zu wissen, allen die Hand dargcbotcn.
Daher der Klagen und der Thränen und Seufzer und Feind-schaften so viele I Daher der Jammer über diese Welt, daß siceine Leidensschule, ein Ort des Jammers sei!
Der Gerechte, der Weise, der Christ, selig in Gott, genüg-sam in dem, was ihm vom himmlischen Segen zu Theil ward,ist voll ungestörten Glückes und Friedens. Er nennt diese Weltkein Jammerthal, weil er den allgütigen Schöpfer nicht gnklagen,nicht lästern will.