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3 (1853)
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so schwach, so kleinlich, so fchlervoll, wie die Menschen, welchewir verachten.

Aber wenn die heitere Ruhe der Einsamkeit in unser Gemüthdringt, wenn uns im Schoose der Abgeschiedenheit nichts zurFreude, nichts zum Zorn reizt dann erst erhebt sich der Geistzu seiner Besonnenheit; er wird von den Ketten der Welt srei,und das Treiben der Menschen erscheint ihm anders, als da ermitten unter ihnen stand. So sieht der Feldherr, wenn er imGewühl der Schlacht mitstreitet, von seinem eigenen Heere nichts,oder wenigstens nur einen kleinen Thcil. Aber er zieht sich ineinige Entfernung und Stille zurück; hier erst übersieht er dasGanze des Kampfes; hier bemerkt er erst die Fehler der feind-lichen Macht, und die Schwächen seines eigenen Heeres; hier erstkann er in erforderlicher Ruhe die besten Verfügungen anordncn.

Suche von Zeit zu Zeit die Einsamkeit, und duwirst jedesmal besser, ruhiger, kräftiger, entschlos-sener aus ihr zu den Menschen zurückkehrcn; du wirstdeine Bekannten, deine Mitbürger, deine Umstände, dein Schick-sale gleichsam aus einem andern Gesichtspunkte sehen lernen, undwirst dein eigenes Betragen in der Welt richtiger bcurtheilen.

Einsamkeit erhebt die Kraft unsers Gcmüthcs. Esist unmöglich, daß der Mensch, wenn er oft in stiller Ueberlegungsich selbst beobachtet, und die Quellen und Folgen seiner Hand-lungen ruhig prüft es ist unmöglich, daß er nicht bessere Ent-schlüsse fassen, Gesinnungen ändern, Meinungen berichtigen sollte.Jede aufmerksame Selbstbeobachtung, die wir mit unbefangenemSinn anstellen können, ist ein Schritt zu unserer Veredlung.Wir verlassen sie nicht ohne einen bessern, stärkern Willen. Wirtreten nicht in das Wcltgetümmel zurück ohne größere Aufmerk-samkeit auf uns selbst, ohne angestrengtere Vorsicht. Aber jedeUebung einer Kraft erhöht die Kraft.