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wo ihn nichts mehr aus seiner gewöhnlichen Welt erreicht und be-rührt, erst da ist er frei, erst da gehört er nur der Gottheit undsich an, erst da empfindet er die heilsamen Wunder der stillenAbgeschiedenheit.
Daher entspringt das Vergnügen eines einsamen Spazier-ganges, weil, wo wir nichts vom Gewöhnlichen erblicken, son-dern überall nur die Ruhe der schönen Natur und ihre ewige Ord-nung wahrnehmen, unser Geist gleichsam mit ihr zusammenschmilzt.Daher sind die meisten Menschen selbst schon auf Reisen andereMenschen, sanfter, freundlicher, duldsamer, edelmüthigcr, heiterer,als im Hause. — Suchst du für dein wundes Herz den Balsamder Einsamkeit, suche ihn auf einsamen Spaziergängen, im Schooscder ewig schönen Natur. Jesus stieg auf einen Berg, um alleinzu sein, oder ging in die Gebüsche abgelegener, von Menschenselten besuchter Gärten. Da überließ er sich den hohen Betrach-tungen, da der begeisternden Andacht des Gebets.
Einsamkeit gewährt uns nicht nur Erquickung nach dem Ge-schäftsgetümmcl; sie heilt uns nicht nur manche Seelenwundc,die uns die Welt schlug, sondern sie gibt uns ein unschätzbaresGut für dies Leben — nämlich: Selbstkenntniß und rich-tige Kenntniß der Welt.
So lange wir im Kampfe mit den alltäglichen Mühseligkeitenstehen, oder im Taumel der Zerstreuungen schweben, sehen wirnur jene Mühseligkeiten, nur jene Zerstreuungen, nicht unsselbst. Es ist unmöglich, wir kommen nicht zum vollkommenruhigen Nachdenken. Wir schwanken immer im Gedränge; Leidund Wollust, Furcht und Hoffnung, Haß und Freundschaft, Sorgeund Glück hält uns in immerwährender Bewegung, das Herzin unaufhörlicher Währung. Leidenschaften bestechen unser Gefühlund unser Urtheil. Wir werden, so lange wir unter den Menschenfind, zuletzt, oft ohne daß wir es bemerken, ohne daß wir es glauben,