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dem Himmel näher fühlte, als der Erde; — oder wenn du inder grünen Dämmerung eines Waldes ruhtest, wo rings umherAlles schwieg, und Alles dich zur Betrachtung deiner selbst zuführen schien, und nichts dich stören wollte: wie ward dir da?Erinnerst du dich noch des ersten angenehmen Schauders, derdich in der Abgeschiedenheit durchzittcrte? — des wollüstigenFriedens, in welchem deine Seele wohnte? — der Wünsche,ewig solcher ruhigen, menschenfreundlichen, wohlwollenden Stim-mung genießen zu können? War dir nicht in solchen heiligenAugenblicken, da mit den Menschen auch alle bittcrn Erinne-rungen, alle Leidenschaft von dir entfernt war, du seiest plötzlichein besseres Wesen geworden? — Siche, das war der Zauberder Einsamkeit!
Warum erneuertest du diese Gefühle nicht öfter in dir?Warum vergaßest du die Einsamkeit aufzusuchen, die dich soglücklich, die dich edler und kräftiger machen konnte? Auch Je-sus Christus, von des Lebens Noth und Mühe bedrängt,suchte im Schoose ruhiger Abgeschiedenheit neue Kräfte, neuenMuth.
Es ist damit nicht gesagt, daß des Menschen Hauptziel seinsolle, sich von der Welt abzusondern, und seine Tage so einsamals möglich zuzubringen. Nein, Gott schuf uns für diese Welt,darum sollen wir mit ihr, in ihr leben. Gott gab uns denTrieb und die Pflicht zur Geselligkeit, darum sollen wir die Ge-sellschaft nicht meiden. Nur im Gewühl des Lebens kann sichunsere Tugend in ihrer ganzen Kraft entwickeln. Der Einsameim Kerker, dem alle Gelegenheiten zum Sündigen fehlen, istdarum noch kein Heiliger. Jesus selbst wohnte unter den Men-schen, arbeitete unter ihnen, sandte seine Schüler unter sie —er wollte nicht, daß sie abgelegene Einöden suchen, sondern daßsie unter den Sterblichen leben und Gutes wirken sollten.