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3 (1853)
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ein Streben, unser ganzes Wesen, das durch die Berührung mitder Welt überreizt wird, ansruhen zu lassen. Einsamleit ist sürdas müde, viclbewegte Herz eine stärkende Erquickung, wie esder Schlaf für den ermatteten Körper ist.

Wenn du dich einmal dem gewöhnlichen Treiben und Drängendes alltäglichen Lebens entziehst, wenn irgend ein Zufall dich aufmehrere Stunden gleichsam von der Welt abschncidet, wie ganzanders wird eS dir in der feierlichen Stunde des Allein-seins! Wie werden deine Gedanken größer und tiefwirkender!Wie in ganz andern: Lichte erblickst du da die Welt und dichselbst, weil alle deine Leidenschaften ruhen, und den Mick in dieZukunft nicht verdunkeln! Wie oft hast du da nicht gefühlt dasVerächtliche und Kleinliche in dem Zwist und Hader der Men-schen unter einander; wie oft, wenn du da dein eigenes Be-tragen bcnrtheiltcst, hast du dir wegen deines Mangels an Be-sonnenheit, Evelmnth und christlicher Seelengröße Vorwürfe ge-macht! Wie edle Entschlüsse hast du nicht oft aus den stillenUcbcrlegungen in der Einsamkeit gewonnen! Ach, daß du fiewieder im Sturme des Lebens, zu dem du zurückkchren mußtest,dir entreißen ließest, war nur Schuld, weil du dich scheutest,wieder bald zur ruhigen Besonnenheit und zur Einsamkeit znrück-zukehrcn.

Wenn dich, getrennt von Menschen, irgend einmal die dunkleEinöde der Nacht überraschte und zu ernsten Betrachtungen deinesLebens einlud; oder wenn du, entfernt von dem alltäglichenGewühl des Stadt - und Dorflebcns, auf abgeschiedenen Spa-ziergängen einsam wandeltest, und die einförmige Schönheit derNatur und die Stille, welche in ihr wohnt, in deine Brust sichsenkte; oder wenn du in der ruhigen Einöde eines Gebirgesemporsticgst über das Getümmel der Sterblichen, über ihreRahrungSsorgen und Begierden, und dein Herz sich gleichsam