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3 (1853)
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sich dann am wohlsten za befinden, wenn man die angenehmeKlage führt: Zch kann kaum zu mir selber kommen!

Diese Sucht nach Thätigkeit, nach Vielleben, ist ein beson-derer Zug in der Gemüthsart vieler Sterblichen, und hat aufdie Schicksale der Menschen und ganzer Völker, und auf den Zustandder bürgerlichen Ordnungen und auf den Gang der öffentlichenAngelegenheiten einen großen Einfluß. Dies unaufhörlicheMitwirken im Getümmel der Welt, in den Abwechselungen desLebens, gibt unserer Denkart jene Abgcschliffenhcit und Rundung,aber auch jene Unzuverlässigkeit und Schwäche, welche gegen-wärtig so allgemein geworden ist. Es fehlt nicht an Personenmit heftigen, Alles zerstörenden Leidenschaften; aber Menschen,die in einem ruhigen Gcmüthe einen großen, eisernen Willen,einen für das Beste der Welt Alles aufopfernden Muth nebenreifer Ucbcrlegung bewahren, Menschen, wie sie uns in denTagen des Alterthums so oft erscheinen; Menschen, die durch ihreEntschlossenheit und Seelengröße unsere ganze Ehrfurcht er-wecken, solche sind heutiges Tages eine außerordentlicheSeltenheit geworden.

Die Hauptursache davon ist unstreitig die herrschende Zer-strcuungssucht, durch welche der Mensch, weil er selten ganz zurBesinnung und Ucbcrlegung kommt, mehr ein Geschöpf der Um-stände, als eine Frucht seiner eigenen Ueberzeugung und seinesbesonnenen Willens wird.

Der Weise soll es nicht sein der Christ nicht! Diesermuß zuweilen, er muß oft vom Rausche genesen, mit welchemihn Geschäfte und Zerstreuungen betäuben. Er muß, wenn erdas Höchste menschlicher Glückseligkeit schmecken will, sich nie-mals sich selbst rauben lassen. Er muß niemals aufhören,sich selber anzugchörcn. Er soll seine innere Selbststän-digkeit beschützen.