Die Wohlthaten der Einsamkeit.
Matth. 14, LZ.
Wie freu' ich mich in stillen Stunden!
Da Hab' ich mich, da Gott gefunden,
Und was mir im Geräusch der Welt verschwand.
Da heilcte der Glaube meine Wunden;
Da könnt' ich von der Leidenschaft gesunden;
Da kehrt' ich heim zu meines Vaters Hand.
Seid mir gegrüßt ihr hcil'gen Einsamkeiten:
Ihr könnet mir der Seele Rnh' bereiten,
Die ich im Sturm der Welt verlor.
. Entschleiert mir des Lebens Eitelkeiten,
Und leitet mich zu jenen Seligkeiten,
Die nur Religion gewährt, empor.
„2Wan lcbt nur einmal auf Erden; darum will ich des Lebensrecht genießen. Warum sollte ich mir eine Freude versagen, vonder ich nicht weiß, ob ich sie morgen noch haben kann? DieJugend ist so flüchtig, die Sorgen und Gebrechen des Alterskommen von 'selbst, darum will ich der Jugend recht froh wer-den I"
So entschuldigen alle Stände, alle Alter, alle Geschlechterihren fast unersättlichen Durst nach Vergnügungen. Man scheintfast keine andere Seligkeit auf Erden zu kennen, als die manin Zerstreuungen findet, oder im glücklichen Ringen und Arbeitennach Gewinn und Ansehen. Man sucht in sein Leben, in seinenGenuß die größte Mannigfaltigkeit zu bringen. Man will keineStunde ohne Unterhaltung. Man stürzt sich fröhlich in den Wirbelvon Geschäften, Sorgen, Mühen und Erheiterungen, und glaubt